Münster - Erneut hat eine Geisterfahrt in Deutschland Menschenleben gekostet. Am späten Sonntagnachmittag hat ein Falschfahrer auf der A52 im nördlichen Ruhrgebiet gegen 17.30 einen Unfall verursacht, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Sie waren in der Nähe von Dorsten in Richtung Ruhrgebiet unterwegs, als ihr Auto mit dem des Falschfahrers zusammenstieß. Das teilte die Polizei in Münster mit.
In dem Auto der Opfer wurde ein dritter Mitfahrer schwer verletzt. Auch der Geisterfahrer selbst wurde schwer verletzt. Warum er in die verkehrte Richtung fuhr, stand zunächst nicht fest. Die Autobahn war am Abend in beide Richtungen gesperrt.
In den vergangenen Monaten hatten sich Unfälle durch Geisterfahrer auf deutschen Straßen gehäuft, erst im November ereignete sich ein Zusammenstoß mit sechs Toten auf der A5, den ein Falschfahrer verursacht hatte. Auch auf der A2 starb im November ein Geisterfahrer. Im Oktober hatten sich zwei weitere tödliche, durch Geisterfahrer verursachte Unfälle ereignet.
Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, um falsches Auffahren auf Autobahnen zu verhindern. Die Polizei forderte zum Beispiel, Krallen einzusetzen, die den Falschfahrer durch kaputte Reifen an der Weiterfahrt hindern. Elektronische Warntafeln und Lichter, die bei falscher Einfahrt blinken, werden ebenfalls diskutiert.
Auch technische Möglichkeiten im Fahrzeug selbst könnte es künftig geben: Technologien, wie die Erkennung von "Einfahrt verboten"-Schildern, die den Fahrer akkustisch und optisch warnen, sind noch in der Entwicklung. Auch Radarsender in den Autos könnten zukünftig zur Erkennung von Falschfahrern eingesetzt werden.
Laut einer Auswertung des ADAC ist die Gefahr, zum Falschfahrer zu werden, auf kurzen Autobahnen und Verbindungsstrecken am größten, außerdem werden in großen Städten und am Wochenende sehr viele Falschfahrten registriert.
mia/dpa/dapd
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