Brückenkatastrophe von Genua Warum der Fahrer dieses Lastwagens überlebte

Dutzende Menschen starben, er überlebte: Ein Mann ist mit seinem Lastwagen beim Zusammenbruch der Morandi-Brücke in Genua rechtzeitig zum Stehen gekommen. Nun hat er seine Erlebnisse geschildert.

Lastwagen auf der Morandi-Brücke
DPA

Lastwagen auf der Morandi-Brücke


Es ist ein beklemmendes, beängstigendes Foto. Ein grüner Lastwagen steht auf der Morandi-Brücke im Westen von Genua - wenige Meter vor jener Straßenlücke, die seit Dienstagnachmittag in dem Bauwerk klafft. Nun hat der Fahrer des Wagens geschildert, wie er die Katastrophe miterlebt hat.

Mit dem Laster der Supermarktkette "Basko" sei er kurz vor dem Unglück auf den Viadukt gefahren, berichtete der Mann namens Luigi laut seiner Vorgesetzten, wie die Zeitung "Secolo d'Italia" unter Berufung auf die Frau berichtet. Demzufolge sei er gerade noch rechtzeitig zum Stehen gekommen.

Die Straße sei sehr voll gewesen, weshalb er nur langsam vorangekommen sei, sagte der Fahrer: "Zum Glück habe ich den Sicherheitsabstand eingehalten." Er habe noch ein Auto gesehen, das ihn von links überholt habe, sagte er der Zeitung "La Repubblica": "Ich sah es mit den anderen abstürzen, habe schlagartig gebremst, den Rückwärtsgang eingelegt. Dann habe ich die Tür geöffnet und bin geflüchtet." Dann sei er den ganzen Weg auf dem noch unversehrten Teil der Brücke zurückgerannt, durch den strömenden Regen, und habe sich in Sicherheit gebracht.

Fotostrecke

20  Bilder
Brückeneinsturz in Genua: "Eine tiefe Wunde für ganz Italien"

Der Genuese war für die lokale Supermarktkette Basko unterwegs. "Das ist ein Streckenabschnitt, den unsere Lieferwagen jeden Tag zurücklegen", sagte der Geschäftsführer Giovanni D'Alessandro der Zeitung "Il Sole 24 Ore". "Die Brücke ist stark befahren, man ist dort nicht mit hoher Geschwindigkeit unterwegs."

Den Berichten zufolge steht der Mann unter Schock, seine Angaben lassen sich nicht überprüfen. Sie passen aber zu dem, was bislang über das Unglück bekannt ist. Nach Angaben des Zivilschutzes waren etwa 35 Autos und drei Lastwagen auf der vierspurigen Brücke unterwegs, als diese auf einem etwa hundert Meter langen Stück in etwa 45 Metern Höhe plötzlich zusammenbrach.

Dutzende Menschen kamen ums Leben. Von den 16 Verletzten befinden sich den Angaben zufolge zwölf in kritischem Zustand.

SPIEGEL ONLINE; Foto: Google Earth

Der Lastwagenfahrer ist nicht der Einzige, der die Katastrophe überlebt hat. Der frühere Fußballprofi Davide Capello stürzte in seinem Wagen etwa 40 Meter in die Tiefe und stieg unversehrt aus den Trümmern.

Video: "Wir hätten nie gedacht, dass so etwas passieren kann"

REUTERS

Der grüne Lastwagen des Fahrers Luigi sei nicht das einzige Fahrzeug, das die Menschen auf der Flucht stehen gelassen hätten, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Staatsanwaltschaft habe aus Ermittlungsgründen noch nicht angeordnet, sie abzuschleppen. Der Laster von Fahrer Luigi steht daher noch immer auf der Morandi-Brücke.

mxw

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.