Genua Mehr als 20 Tote bei Brückeneinsturz bestätigt

Mindestens 22 Menschen starben nach offiziellen Angaben bei dem Zusammenbruch einer Autobahnbrücke in Genua. Das Verkehrsministerium fürchtet, dass weitere Opfer hinzukommen könnten.

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Bei dem Einsturz einer Autobahnbrücke im italienischen Genua sind nach Angaben des Verkehrsministeriums mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Es sei zu befürchten, dass die Zahl weiter steige, sagte Staatssekretär Edoardo Rixi dem Fernsehsender SkyTG24.

Italienischen Medienberichten zufolge gelten zehn Personen noch als vermisst. Demnach gibt es zudem mindestens 14 Verletzte, von denen fünf schwere Verletzungen erlitten haben.

Zum Zeitpunkt des Unglücks fanden Bauarbeiten an der Brücke statt. Wie die Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia auf ihrer Homepage mitteilte, sei an der Sohle des Polcevera-Viadukts gerade gearbeitet worden. Auf der Brücke habe ein Baukran gestanden.

Der Zustand der Brücke sowie der Fortgang der Renovierung seien immer wieder kontrolliert worden. Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden, teilte das Unternehmen mit.

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Brückeneinsturz in Genua: "Entsetzliche Tragödie"

"Unsere Gedanken sind bei den Opfern"

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich betroffen über das Unglück: "Nach dem schrecklichen Brückeneinsturz sende ich den Menschen in Genua und in Italien meine Anteilnahme", teilte sie nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert mit. "Zusammen mit vielen Deutschen bin ich in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen."

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bot Italien Hilfe an. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen italienischen Volk", schrieb der Politiker bei Twitter. "Frankreich steht in dieser Tragödie an der Seite Italiens und hält sich bereit, jegliche nötige Unterstützung zu leisten."

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bekundete auf Twitter Anteilnahme und wünschte den Rettungskräften Kraft und Mut.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa stürzte der Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird, in mehr als 40 Meter Höhe auf einer Länge von etwa hundert Metern ein. Das Unglück ereignete sich laut Feuerwehr gegen zwölf Uhr.

Der Polcevera-Viadukt, auch Ponte Morandi genannt, ist eine vierspurige Autobahnbrücke, die Teil der Autobahn 10 entlang der Riviera ist. Das 1967 eingeweihte Bauwerk aus Spannbeton führt über das Polcevera-Tal und überquert den gleichnamigen Fluss, Bahnanlagen sowie Wohn- und Gewerbegebiete.

Die Schrägseilbrücke wurde von dem italienischen Ingenieur Riccardo Morandi (1902-1989) entworfen. Der etwa 1100 Meter lange Viadukt wird von 90 Meter hohen Pylonen - drei davon mit Schrägseilen - gestützt.

bbr/dpa/AFP

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