George Zimmerman Trayvon-Martin-Todesschütze versteigert Waffe

"Das ist ein Stück amerikanischer Geschichte": Der frühere Nachbarschaftswächter George Zimmerman will die Pistole verkaufen, mit der er den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschoss.

George Zimmerman (2013)
AP

George Zimmerman (2013)


George Zimmermann will die Pistole verkaufen, mit der er im Februar 2012 in Florida den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschossen hat. Auf der Website GunBroker.com preist er die Kel-Tec 9 Millimeter als ein "Stück amerikanischer Geschichte". Er habe sie erst kürzlich von der Justiz zurückbekommen, so Zimmerman.

Als Mitglied einer Nachbarschaftspatrouille hatte Zimmerman in Sanford nahe Orlando den unbewaffneten Trayvon Martin in einem Handgemenge erschossen. Er hatte ihn für einen Verdächtigen gehalten. Der Fall rückte Rassismus gegenüber Schwarzen in den USA in den Blickpunkt.

Ein Gericht sprach Zimmerman frei, weil er aus Notwehr gehandelt habe. Das Urteil stieß auf Kritik, der frühere Außenminister Colin Powell nannte es fragwürdig. In mehr als hundert US-Städten kam es zu Demonstrationen.

Seit seinem Freispruch fiel Zimmerman mehrfach negativ auf. 2013 bewarf er im Streit seine damalige Lebensgefährtin mit einer Weinflasche. Seine Ex-Frau Shellie, eine weitere Lebensgefährtin und auch einen Autofahrer bedrohte er, teilweise mit vorgehaltener Waffe.

Er habe mehrfach Morddrohungen erhalten, wird Zimmerman bei einem lokalen Ableger des Senders Fox zitiert. Seit er die Waffe zum Verkauf stellt, seien weitere hinzugekommen. "Ich habe beschlossen, mich nicht wegzuducken", sagte Zimmerman. "Ich bin ein freier Amerikaner. Mit meinem Besitz kann ich machen, was ich will."

Er habe schon zuvor Angebote für die Waffe bekommen, heißt es in Zimmermans Inserat, unter anderem angeblich vom Smithsonian Museum in Washington. Als Preis ruft er nun mindestens 5000 Dollar auf.

Auf Anfrage von Fox wollte sich der Anwalt der Familie von Trayvon Martin nicht dazu äußern. Er verwies lediglich darauf, dass die Stiftung mit dem Namen des Jungen sich weiter dafür einsetze, die sinnlose Waffengewalt in den USA zu beenden.

hut



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