Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Flugzeugabsturz in Südfrankreich: Vermutlich 67 Deutsche unter Absturzopfern

AFP

Unter den 144 Passagieren des in Südfrankreich abgestürzten Flugzeugs waren laut Germanwings vermutlich 67 Deutsche, darunter auch Schüler und Babys. Kanzlerin Merkel spricht ihr Beileid aus, das Außenamt hat einen Krisenstab eingerichtet.

Paris - Bei einer der schlimmsten Katastrophen in der deutschen Luftfahrt sind heute offenbar alle 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder einer Germanwings-Maschine in Südfrankreich ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind nach Angaben der Lufthansa-Tochter vermutlich 67 Deutsche. Die Ursache für den Absturz ist noch unklar.

"Es ist ein Schock, der uns, die Franzosen und die Spanier in tiefe Trauer stürzt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz. Ihre Gedanken und Anteilnahme, auch der ganzen Bundesregierung, seien bei den Familien. "Wir setzen alles daran, dass sie die Hilfe finden, die es in solchen Stunden geben kann."

Die Maschine vom Typ A320 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südlichen Alpen im Département Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt. Laut der Airline waren 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Es gab keine Überlebenden (die weiteren Entwicklungen lesen Sie hier in unserem Newsblog).

Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Unter den deutschen Opfern waren 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums aus dem westfälischen Haltern. "Wir wissen, dass die Schülergruppe an Bord der Maschine gegangen ist", sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) dem WDR. Die Schüler waren offenbar zu einem Austausch in der Nähe von Barcelona gewesen. Auch zwei Babys waren laut Germanwings an Bord.

Merkel wird sich morgen auf den Weg in die Unfallregion begeben, begleitet von der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet, zudem sind Verkehrsminister Alexander Dobrindt und Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf dem Weg zur Absturzstelle.

Der Ort ist nur schwer zugänglich: Er befindet sich in etwa 1500 Metern Höhe auf der Flanke eines schneebedeckten Massivs. Die Reste des Flugzeugs sind über mindestens zwei Quadratkilometer verteilt.

Fotostrecke

12  Bilder
Absturz in Frankreich: Fotos zeigen Trümmer des Airbus
Germanwings-Sprecher Winkelmann sagte, der Kapitän des Flugzeugs sei mehr als 6000 Flugstunden mit Airbus-Maschinen geflogen und seit rund zehn Jahren im Dienst von Germanwings und der Lufthansa gewesen.

Laut Germanwings erreichte die Maschine ihre Reiseflughöhe gegen 10.45 Uhr, eine Minute später verließ sie diese Höhe aber wieder. Der Airbus sei aus unbekannten Gründen in einen Sinkflug gegangen, der acht Minuten gedauert habe. Dann sei der Kontakt zur französischen Flugsicherung abgebrochen, und die Maschine sei abgestürzt. Widersprüchliche Informationen gibt es laut Germanwings dazu, ob die Piloten einen Notruf abgesetzt haben oder nicht.

Airbus teilte zu der abgestürzten Maschine mit, dass sie 1991 an die Lufthansa ausgeliefert worden sei und 58.300 Flugstunden bei rund 46.700 Flügen absolviert hatte. Damit gehörte die Maschine mit der Produktionsnummer 147 zu den ältesten noch in Betrieb stehenden A320.

Im Video: Germanwings-Geschäftsführer bestätigt den Absturz

DPA

bim/kbl/AFP/Reuters/dpa/AP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Notfallnummern Germanwings-Absturz
Auswärtiges Amt
030 / 50 00 30 00
Flughafen Düsseldorf
0800 / 77 66 350
Germanwings
0800 / 11 33 55 77
Flughafen Barcelona
0034 / 900 808 890

Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE


SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: