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Germanwings-Absturz in Frankreich: Airbus-Chef rechnet mit Talkshows ab

Helfer in den französischen Bergen: Suche nach dem Flugschreiber Zur Großansicht
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Helfer in den französischen Bergen: Suche nach dem Flugschreiber

Er kann die selbst ernannten Experten nicht mehr hören: Airbus-Chef Tom Enders kritisiert die TV-Gesprächsrunden zum Germanwings-Absturz mit deftigen Worten. Das Gerede sei eine Verhöhnung der Opfer.

Der Vorstandschef von Airbus, Tom Enders, hat scharfe Kritik an den Fernsehgesprächsrunden über den Absturz des Germanwings-Flugzeugs geübt. "Was wir kritisch hinterfragen sollten, ist das Unwesen, das manche 'Experten' vor allem in TV-Talkshows treiben", sagte Enders der "Bild am Sonntag". "Teilweise wurde dort ohne Fakten spekuliert, fantasiert und gelogen", sagte er. "Oft hanebüchener Unsinn. Das ist eine Verhöhnung der Opfer."

Der Germanwings-Airbus mit 150 Menschen an Bord war am Dienstag in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde der Absturz vom Co-Piloten bewusst herbeigeführt. "Piloten verdienen auch weiter unser Vertrauen", sagte Enders. "Ein schwarzes Schaf macht noch keine Herde." Piloten seien in der Regel "sehr zuverlässig" und "erstklassig ausgebildet".

Airbus-Chef Enders: "Hanebüchener Unsinn" Zur Großansicht
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Airbus-Chef Enders: "Hanebüchener Unsinn"

Am Absturzort sind laut "BamS" inzwischen Leichenteile des Co-Piloten Andreas Lubitz entdeckt worden. Die Identifizierung der sterblichen Überreste sei durch einen DNA-Abgleich erfolgt, meldet die Zeitung unter Berufung auf französische Ermittler.

Dem widersprachen die Ermittler von der Staatsanwaltschaft Marseille am Sonntag. "Es sind vertiefte DNA-Recherchen nötig, im Institut für Kriminalitätsforschung der National-Gendamerie", so Robin. "Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren", so Robin. Bisher seien diese Informationen noch nicht mit denen der Familien verglichen worden.

Die Ermittler suchen weiter nach dem zweiten Flugschreiber. Solange dieser nicht gefunden ist, wollen sie auch die Möglichkeit eines technischen Defekts nicht ausschließen. "Derzeit kann die Hypothese eines technischen Fehlers nicht ausgeschlossen werden", sagte der Chef der in Düsseldorf eingesetzten französischen Ermittler, Jean-Pierre Michel, dem französischen Sender BFMTV. Die Ermittlungen gingen voran, es fehlten aber noch "technische Details".

Am 17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer gedacht werden. Erwartet werden dazu neben Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer stammten.

ler/AFP/dpa

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insgesamt 509 Beiträge
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1. Detailtreue Berichterstattung - wozu?!
opinio... 29.03.2015
Werden wir jetzt über jedes gefundene Leichenteil informiert? Das ist absolut geschmacklos und verletzend für die Hinterbliebenen. Sinnlos, denn über die möglichen Ursachen und Zusammenhänge sagt das nichts. Gaffer müssen nicht bedient, sondern erzogen werden.
2. Recht hat er...
Mierz 29.03.2015
und die Kritik lässt sich durchaus auf die komplette Medienlandschaft ausweiten. Diese "Life-Blogs", "Life-Ticker", "Fakten-Checks", und wie sie alle heißen, sind einfach widerlich.
3. Widerliche Mistzeitung
Jointorino 29.03.2015
Das gerade dieses elendige Hetzblatt solche Aussagen abdruckt... das einzige was die bisher vergessen haben ist den Straßennaman des Elternhauses vom Co-Piloten zu erwähnen, aber das folgt sicher noch morgen beim sechsten Titelbild zum Thema in Folge.
4. ANGRIFF - ist die beste Verteidigung
wohlmein 29.03.2015
..oder sollte Herr Enders die Vorgänge um den plötzlich WIE VON GEISTERHAND eingeleiteten SINKFLUG jener Maschine der Lufthansa (AIRBUS 321, Flug von Bilbao nach München, Nov 2014) wirklich nicht kennen ?? Dokumentiert vom Bundesamt für Flugunfälle in Braunschweig, als SCHWERER Zwischenfall, Link: http://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Bulletins/2014/Bulletin2014-11.pdf;jsessionid=1087E7DAC8A6C82EC9BDD4E6AECE1C95 .live1042?__blob=publicationFile
5.
eduardo_l 29.03.2015
Er ist jetzt fein raus, da das Flugzeug wohl nicht Grund des Absturzes ist. Wäre es das, wäre er jetzt ganz kleinlaut.
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Cockpit-Regel bei Fluggesellschaften
Region
Europa Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) empfiehlt die Einführung der Zwei-Personen-Regel.
Deutschland Alle Fluglinien haben sich auf die Einführung der Zwei-Personen-Regel ab sofort verständigt
Österreich Regierung führt Zwei-Personen-Regelung ab sofort ein
Regel angekündigt/jetzt eingeführt außerdem bei EasyJet, Norwegian Air Shuttle, Icelandair, Virgin Atlantic, Monarch, Thomas Cook Airlines (GB), Air Baltic, SAS, Air France, KLM
Regel bestand vor Absturz bei Jet2, Flybe, Ryanair, Czech Airlines, Travel Service, Finnair
USA Zwei-Personen-Regel ist in den Richtlinien der Flugsicherheitsbehörde FAA vorgeschrieben
Kanada Zwei-Personen-Regel war nicht vorgeschrieben, ist jetzt eingeführt
Regel bestand vor Absturz bei Air Transat
Asien
Regel angekündigt/jetzt eingeführt bei Emirates, Etihad
Regel bestand vor Absturz bei indischen Fluglinien (Regel vorgeschrieben), Singapore Airlines
Ozeanien
Regel angekündigt/jetzt eingeführt Neuseeland, Australien
Die Liste ist nicht vollständig und gibt den derzeitigen Kenntnisstand wieder (27. März, 18.30 Uhr)

Notfallnummern Germanwings-Absturz
Auswärtiges Amt
030 / 50 00 30 00
Flughafen Düsseldorf
0800 / 77 66 350
Germanwings
0800 / 11 33 55 77
Flughafen Barcelona
0034 / 900 808 890

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