Germanwings-Katastrophe Trauerfeier für Angehörige der Absturzopfer in Marseille

Der Jahrestag der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen steht bevor: In Marseille haben sich Angehörige der Opfer zu einer Trauerfeier getroffen. Auch in Barcelona wurde der Toten gedacht.

AFP

In Marseille sind fast genau ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen zahlreiche Angehörige der Absturzopfer zu einer Gedenkfeier zusammengekommen. Abgeschirmt von Sicherheitskräften trafen sich Verwandte und Bekannte am Abend in einer Veranstaltungshalle in der südfranzösischen Hafenstadt.

Die Lufthansa - Mutterkonzern von Germanwings - erwartete mehr als 600 Angehörige zu den Feierlichkeiten in Frankreich. Während eines überkonfessionellen Gottesdienstes sollte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, die Predigt halten. Kurschus hatte bereits im April 2015 zusammen mit dem katholischen Kardinal Rainer Maria Woelki die Trauerfeier im Kölner Dom geleitet.

Am Donnerstag, genau ein Jahr nach dem Absturz von Flug 4U9525 am 24. März 2015, soll im französischen Le Vernet sowie in der Ruhrgebietsstadt Haltern an die Katastrophe erinnert werden. Der kleine Alpenort Le Vernet liegt nur wenige Kilometer entfernt von der schwer zugänglichen Absturzstelle in etwa 1500 Metern Höhe. Aus Haltern stammte eine Schülergruppe mit ihren Lehrerinnen - sie starben bei dem Unglück.

Gedenkfeier am Flughafen in Barcelona

Der psychisch kranke Co-Pilot Andreas Lubitz hatte den Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht. Alle 150 Menschen an Bord starben, 72 von ihnen stammten aus Deutschland.

Auch Spanien gedachte der Opfer. "Ich denke an den Tag mit großem Schmerz zurück", sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy bei einer Gedenkfeier am Flughafen von Barcelona. "Die beste Art, die Opfer zu ehren, besteht darin, alles daran zu setzen, dass eine solche Katastrophe sich nicht wiederholt." Angehörige von spanischen Opfern verlangten in Barcelona strengere Kontrollen und bessere Sicherheitsvorkehrungen.

Zivilklage in den USA

Unmittelbar vor dem Jahrestag der Katastrophe soll eine Klage gegen die Lufthansa-Flugschule in den USA eingereicht werden. Die millionenschwere Zivilklage werde noch am Mittwoch vorgelegt, eine US-Anwaltskanzlei sei damit beauftragt, teilte Rechtsanwalt Christof Wellens mit. Er vertritt 34 Opferfamilien. Die Klage richtet sich gegen die Flugschule der Lufthansa in Arizona.

Lubitz habe seine Pilotenausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unterbrochen, sagte der Anwalt: "Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen."

Die Lufthansa-Tochter Germanwings hatte vorab angekündigt, keine Verhandlungen mit US-Anwälten führen zu wollen. Weder finde amerikanisches Recht Anwendung, noch lasse sich ein Gerichtsstand in den USA begründen.

Wellens und der Anwalt Elmar Giemulla, der weitere Angehörige vertritt, haben bisherige Entschädigungsangebote der Lufthansa als zu niedrig abgelehnt. Für jedes Opfer wurde nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50.000 Euro gezahlt. Dazu sollen 25.000 Euro Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10.000 Euro bekommen.

wit/dpa/AFP

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