Bergung von Rhein-Lok gescheitert "Heute ist unser Lebenstraum geplatzt"

Nach 30-jähriger Suche waren sich die drei Männer sicher: Die wohl älteste noch existierende Lok Deutschlands liegt im Rhein bei Gemersheim. Doch offenbar irrten sie sich.

SPIEGEL ONLINE

Die geplante Bergung der wohl ältesten Dampflok Deutschlands aus dem Rhein ist gescheitert. Die 166 Jahre alte Lok liege nicht an der vermuteten Stelle bei Germersheim in Rheinland-Pfalz, teilte Wolfhard Neu vom Bergungsunternehmen OHF mit.

Die Lokomotive "Der Rhein" aus Karlsruhe war 1852 während eines Sturms von einem Schiff gefallen und im Kiesbett versunken. Das Bergungsunternehmen hatte in den vergangenen Tagen eine Fläche von mehr als 450 Quadratmetern bis zu einer Tiefe von neun Metern ausgebaggert - ohne Erfolg. "Ich bin bestürzt und ratlos", sagte der Geophysiker Bernhard Forkmann. "Ich kann mir nicht erklären, welche Anomalie wir bei unseren jahrelangen, wiederholten Messarbeiten ausgemacht haben."

"Heute ist unser Lebenstraum geplatzt", sagten Forkmanns Kollegen bei dem Projekt, Museumsleiter Uwe Breitmeier von der Eisenbahnwelt Darmstadt-Kranichstein und Lokführer Horst Müller. "Wir haben teilweise 30 Jahre nach der Lok gesucht und waren uns so sicher, sie gefunden zu haben. Wir müssen diese Information erst noch verarbeiten", sagten die Schatzsucher.

Bei dem Gefährt, das sechs Meter lang und 15 Tonnen schwer ist, soll es sich um die älteste noch existierende Dampflok Deutschlands handeln. Experten waren der Meinung, das begehrte Stück auf Höhe der Rheinbuhne 527 geortet zu haben, einem Querbauwerk aus aufgeschütteten Steinen, etwa 50 Meter vom Ufer entfernt.

Das Video zeigt die Vorbereitungen für den Bergungsversuch:

Bartenbach Projektbüro Jäger der versunkenen Lok

Forkmann werde nun versuchen aufzuklären, was die Anomalie bei den magnetsensorischen Messungen ausgelöst habe, teilte er auf der Homepage der "Jäger der versunkenen Lok" mit.

pia/dpa



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