Geschichte einer Vernichtung Das Schicksal der Lilli Jahn

Das Schicksal der jüdischen Ärztin Lilli Jahn zeigt eindringlich die Barbarei der NS-Zeit - anhand von Briefen, Fotos, Unterlagen. Ein Team der BBC hat sich mit Tochter und Enkel von Lilli Jahn auf deren Spuren begeben. Die Dokumentation wird nun in Deutschland erstmals ausgestrahlt.


Hamburg - Über das Schicksal seiner Großmutter Lilli Jahn wusste Martin Doerry, stellvertretender Chefredakteur des SPIEGEL, nicht viel. Sie war 1944 in Auschwitz ermordet worden, die fünf Kinder hatten Krieg und Holocaust überlebt. Im Nachlass von Lillis Sohn, dem früheren Bundesjustizminister Gerhard Jahn, fand sich 1998 der umfangreiche Briefwechsel Lilli Jahns mit ihren Kindern, ein einmaliges Zeugnis der Menschlichkeit inmitten der Barbarei - und ein Leben voller Schicksalsschläge.

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Lilli Jahn: Dokumente eines jüdischen Lebens

Lillis nichtjüdischer Ehemann hatte sich 1942 von seiner Frau scheiden lassen und gab sie damit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten preis. Sie wurde zunächst in ein Arbeitslager verschleppt, dann nach Auschwitz deportiert und später dort ermordet. Martin Doerry erzählte vor drei Jahren das Leben der Lilli Jahn in einer beeindruckenden Biografie ("Mein verwundetes Herz"), die in Deutschland zum Bestseller wurde und inzwischen in 20 Sprachen übersetzt worden ist.

Im vergangenen Jahr konnte die BBC Ilse Doerry, die älteste Tochter Lilli Jahns, überreden, an einer Fernsehdokumentation mitzuwirken, die den Spuren ihrer Mutter folgt. Gemeinsam mit ihrem Sohn Martin besuchte sie die Schauplätze der dramatischen Ereignisse.

XXP zeigt diese Dokumentation als deutsche Erstaufführung. Sendetermin: Dienstag, 22. November, 21.15 Uhr, XXP.



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