Geschlechterkampf Hausarrest für spanische Männer

Mit einer ungewöhnlichen Methode setzt sich der Bürgermeister einer südspanischen Gemeinde für die Gleichberechtigung ein. In Torredonjimeno sollen die Männer künftig an einem Tag der Woche ein Ausgeh-Verbot erhalten. Hausputz statt Kneipenabend, fordert der Bügermeister. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss Strafe zahlen.


Jaén - Die Zeiten für echte Macho-Männer werden auch in Spanien immer schwerer. In der kleinen Gemeinde Torredonjimeno im Süden des Landes wurden die Vertreter des starken Geschlechtes jetzt vom eigenen Bürgermeister zu Hausputz und Kinderbetreuung verdonnert. Nach der Idee von Javier Checa, 47, haben Ehemänner und Väter ab Oktober an jedem Donnerstag Ausgeh-Verbot. Kneipentouren sind dann absolut tabu. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss ein symbolisches Bußgeld von fünf Euro zahlen.

"Donnerstag wird künftig ein Frauentag sein", sagte Bürgermeister Checa. "Dann sollen die Frauen Mal ausgehen und die Männer das Haus hüten." Kontrolliert werden soll das Verbot von vier Frauen, die zwischen 21 und 2 Uhr in den Straßen der Gemeinde patrouillieren. Torredonjimeno bei Jaén hat 14.000 Einwohner und ist bereits statistisch in Frauenhand: Sie machen 52 Prozent der Bevölkerung aus.



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