Washington - Nur elf Prozent der US-Bevölkerung sind Kriegsveteranen - aber sie stellen mehr als ein Viertel aller Obdachlosen. Das hat jetzt das Instituts für Obdachlosen-Forschung des Landes in einer Studie herausgefunden, berichten CNN und die "New York Times". Im vergangenen Jahr schliefen fast 196.000 Veteranen auf der Straße oder in Obdachlosen-Unterkünften - jede Nacht.
Obdachloser in den USA: "Wenn du da raus bist, fühlst du dich alleine und vom Rest der Welt abgeschnitten"
Ein weiterer Risikofaktor für den sozialen Abstieg sind die Wohnkosten in den USA. Rund 72.000 Veteranen geben mehr als die Hälfte ihres gesamten Einkommens für die Miete aus.
Der Weg von der Obdachlosigkeit zurück ins normale Leben ist schwer. Wer keinen Job hat bekommt keine Wohnung, wer keine Wohnung hat, findet keine Arbeit. Hinzu kommt, dass viele über keine zivile Berufsausbildung verfügen, außerhalb des Militärs finden sie nur schwer einen Arbeitsplatz.
Experten gehen davon aus, dass sich das Problem noch verschärfen wird, wenn viele Soldaten aus Afghanistan und dem Irak zurückkehren. Bislang leben mehr als 400 dieser Veteranen auf der Straße. "Landesweit, sieht man jetzt die ersten dieser neuen Generation von Kriegshelden in den Obdachlosen-Einrichtungen", sagt Phil Landis, Vorsitzender einer Veteranen-Organisation in San Diego, der "New York Times". Man erwarte aber, dass bald eine Art Tsunami über die Obdachlosenheime hereinbreche werde.
Seitdem immer mehr Frauen in den Krisengebieten kämpfen, steigt auch deren Anzahl in der Obdachlosenstatistik. Elf Prozent der obdachlosen Veteranen sind weiblich. Mehr als ein Drittel wurden nach offiziellen Angaben beim Militär sexuell belästigt. Das gilt als weiterer Risikofaktor, um in die Obdachlosigkeit abzurutschen.
Die amerikanische Regierung hat indessen "bemerkenswerte Fortschritte" bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit verkündet, berichtet die "New York Times". Man habe rund zwölf Prozent aller Langzeit-Obdachlosen von der Straße geholt. Darunter seien zwar auch Veteranen gewesen, allerdings seien nur wenige der Sozialwohnungen für die ehemaligen Soldaten reserviert gewesen, sagte Mary Cunningham, Autorin der Studie, der Zeitung.
nsu
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