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19.11.2008
 

Ehrenamt-Atlas

Wo sich Deutschland engagiert

Von Sebastian Knauer

Wer hilft wie viel? Mit viel Aufwand ist zum ersten Mal untersucht worden, in welchen Regionen sich die Deutschen besonders stark in Ehrenämtern engagieren. Ausgesprochen aktiv sind die Menschen demnach in Osthessen, Lüneburg und Franken - ganz anders sieht es in der Hauptstadt aus.

Hamburg - Was das freiwillige Engagement in Sportvereinen, Jugendarbeit, Umweltverbänden oder den Kirchen anbelangt, ist Deutschland zweigeteilt. Während sich in den südlichen Bundesländern und den ländlichen Regionen im Westen fast die Hälfte der Bevölkerung engagiert, sind es in Berlin und der Uckermark nur ein Fünftel aller Bürger.

Fußballtrainer mit Kindern: Schwerpunkt freiwilligen Engagements
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Corbis

Fußballtrainer mit Kindern: Schwerpunkt freiwilligen Engagements

Zum ersten Mal hat ein "Engagementatlas" der Prognos AG nun auch den volkswirtschaftlichen Nutzen der ehrenamtlichen Arbeit ermittelt. Die 16,2 Stunden, die in Deutschland monatlich und durchschnittlich geleistet werden, entsprechen demnach rund 3,2 Millionen Vollarbeitsstellen und damit bei einem Stundenlohn von 7,50 Euro einem Arbeitswert von 35 Milliarden Euro. Bundesweit sind immerhin ein Drittel aller Einwohner über 16 Jahren "bürgerschaftlich" engagiert.

Insbesondere in ländlichen Gegenden mit einer relativ großen Zahl von Familien ist das Engagement überdurchschnittlich hoch. In den Metropolen wie Hamburg, Berlin oder Köln drücken hingegen die vielen Single-Haushalte sowie eine geringere Bindung an Religionsgemeinschaften die Quote.

"Gleichwohl haben wir natürlich auch in den Ballungsräumen ein vielfältiges freiwilliges Engagement und Mäzenatentum", sagt Studienleiter Loring Sittler vom Versicherungskonzern AMB Generali, der die Untersuchung in Auftrag gab. Dazu wurden flächendeckend die Daten aus 439 Landkreisen und kreisfreien Städte ausgewertet und 44.000 Interviews geführt.

Demzufolge findet in Deutschland nach der Wiedervereinigung und dem Rückzug des Sozialstaates eine "Renaissance" der gemeinnützigen Arbeit und des Engagements in Vereinen statt. Allerdings sei eine Abkehr von dauerhaft etablierten Großorganisationen wie Parteien und Gewerkschaften zu verzeichnen, während "projektbezogene Ein-Zweck-Initiativen" vor Ort mehr Zulauf erhielten - auch um eigene politische Ziele durchzusetzen.

Dabei sind im Bereich Politik, Altenarbeit sowie Umwelt- und Tierschutz nur rund fünf Prozent der Bevölkerung engagiert. Sport, Feuerwehr, Jugendarbeit oder Kirchen bilden hingegen die Schwerpunkte des freiwilligen Engagements.

Ähnlich wie schon im 7. Familienbericht der Bundesregierung erwähnt und von der Enquetekommission zum Bürgerschaftlichen Engagement beschrieben, stellt auch die neue Studie fest, dass mit dem Abbau des "Wohlfahrtstaates" die Freiräume für bürgerschaftliches Mitmachen wachsen.

Erstaunlich ist nur, dass ausgerechnet die ältere Generation mit mehr Zeit und Lebenserfahrung in dem Engagementatlas auf den hinteren Plätzen landet. So engagieren sich von den Über-55-Jährigen nur 26 Prozent für das Gemeinwohl, bei den 30- bis 55-Jährigen sind es immerhin 34 Prozent.

Da angesichts des demografischen Wandels die Älteren an Bedeutung gewinnen werden, will ein "Zukunftsfonds" der Generali-Holding AG bei "nicht ausreichenden und stark strapazierten sozialen Sicherungssystemen" die Eigenverantwortung der Senioren stärken.

Für den Generali-Vorstandssprecher Dietmar Meister ist "das Engagementpotential der Älteren derzeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft". Im internationalen Vergleich mit anderen westlichen Demokratien, so die Studie, sei die "Bürgergesellschaft in Deutschland relativ schwach entwickelt".

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Die neuesten Beiträge:
04.08.2010 von flowpower22: man war früher doch besser

Mein Vater hat berichtet, wie früher die Frauen in seinem Dorf in Niedersachsen die öffentlichen Anlagen, wie Kriegsgräber, Parkbuchten etc. gepflegt haben. Dies war für das Gemeinschaftsgefühl sehr förderlich. Auch herrschte [...] mehr...

03.08.2010 von jüttemann: Jaja, das Ehrenamt

Ich bin seit neunzehn Jahren Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereins und habe vor ein paar Jahren einmal auf Bitte unseres Dachverbandes eine Aufstellung über den durchschnittlichen Zeit-, Finanz- und sonstigen Aufwand gemacht. [...] mehr...

03.08.2010 von aw734:

Also ich arbeite gerne ehrenamtlich, zwar nur im Sportverein, doch da kommen über das Jahr ca. 300 Std. zusammen. Und soll ich was sagen: Es macht richtig Spaß und die Kinder sind glücklich.... Ab und an nerven zwar die [...] mehr...

03.08.2010 von chirin:

Was Sie da von sich geben deutet eher auf daraufhin, dass Sie als Loser unter den autonomen Chaoten leben und von ihrem selbst verschuldeten erbärmlichen Dasein ablenken möchten. Als Altkommunisten, aber so einen Blödsinn haben [...] mehr...

03.08.2010 von chirin: Ehrenamt - wer hilft wie viel ?

Mein Onkel war 40 Jahre lang für Kinder und Jugendliche in Heimen etc. - ehrenamtlich tätig. Die Stadt Berlin verlieh ihm dafür das Bundesverdienstkreuz plus Urkunde -stellvertretend auch für die vielen anderen helfenden [...] mehr...

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