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03.12.2008
 

Frankreich

Kinder sollen mit zwölf Jahren strafmündig werden

Heranwachsende brauchen Autorität - mit diesem Argument will die französische Justizministerin das Jugendstrafrecht überarbeiten und die Strafmündigkeit herabsetzen. Mit zwölf Jahren sollen Kinder künftig für Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Opposition hält das für "idiotisch".

Paris - Die Regierung in Frankreich will Kinder ab zwölf Jahren strafmündig machen, während sie bislang bis 13 aus rechtlicher Sicht schuldunfähig sind. "Ein Heranwachsender braucht Autorität", sagte Justizministerin Rachida Dati am Mittwoch in Paris.

Diese Autorität müsse "zugleich entschlossen und menschlich" ausgeübt werden, sagte die Ministerin. Dazu bräuchten die Richter "eine Palette angemessener Reaktionen", zu denen auch Haftstrafen gehörten. Grundsätzlich heiße bestrafen nicht einsperren, fügte Dati hinzu. Aber es scheine ihr "dem gesunden Menschenverstand zu entsprechen", dass heute schon ein Zwölfjähriger strafmündig sein könne. Deshalb werde sie das Jugendstrafrecht noch vor Ende März überarbeiten.

Ihre Vorgängerin Marylise Lebranchu von der sozialistischen Opposition nannte das Vorhaben "idiotisch". Wenn sich Dati auf das von den Vereinten Nationen empfohlene Alter von zwölf Jahren für eine Strafmündigkeit beziehe, dann habe sie offenbar "nicht alles gelesen": Schließlich rate die Uno vor allem deshalb zu einem Mindestalter von zwölf Jahren, weil manche Länder noch jüngere Kinder einsperrten. In Deutschland werden Jungendliche mit 14 Jahren strafmündig.

kfi/AFP

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