Shijiazhuang - Das Gericht in Shijiazhuang in der nördlichen Provinz Hebei sah es als erwiesen an, dass Zhang Yujun in seinem Labor die Industriechemikalie Melamin in Milchpulver gemischt hat, um einen höherer Proteingehalt vorzutäuschen. Damit habe er die öffentliche Sicherheit gefährdet, hieß es. Zusammen mit zwei anderen Männern wurde Zhang zum Tode verurteilt.
An auf diese Weise vergiftetem Milchpulver waren im vergangenen Jahr sechs Neugeborene in China gestorben und rund 300.000 Kinder zum Teil schwer erkrankt.
Die 66-jährige frühere Chefin des chinesischen Milchunternehmens Sanlu, Tian Wenhua, wurde im selben Prozess wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Tian hatte Anfang Januar vor Gericht gestanden, bereits seit Mitte Mai von der Verunreinigung des Milchpulvers in ihrem Konzern gewusst habe. Sie habe die Information jedoch nicht weitergegeben, um den Verkauf nicht zu beeinträchtigen. Die Managerin arbeitet seit 40 Jahren für Sanlu. In ihrem Schlusswort entschuldigte sie sich unter Tränen bei den Opfern.
Neben Tian wurden am Donnertag noch zwei weitere Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht verhängte außerdem Haftstrafen zwischen 5 und 15 Jahren. Neben den 21 Angeklagten sind in dem Skandal 39 weitere Verdächtige in Haft. Rund zwei Dutzend Milchunternehmen sind in den lange vertuschten Skandal verwickelt.
Chinas Milchindustrie will die Opfer des Melamin-Skandals auszahlen und die Behandlungskosten für kranke Babys übernehmen. Hunderttausende Säuglinge wurden zum Teil schwerkrank, weil sie Milchpulver tranken, das mit der Industriechemikalie versetzt worden war.
Im dem Skandal um verseuchtes Milchpulver haben sich die beschuldigten Firmen inzwischen zu Entschädigungszahlungen bereit erklärt. Insgesamt würden 22 Unternehmen den betroffenen Familien Schadenersatz zahlen und die Behandlungskosten für die erkrankten Kinder übernehmen, so die offizielle Verlautbarung. Über die Höhe der Entschädigungssummen ist bisher nichts bekannt.
ala/AFP/AP
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