London - Aufregung um einen 13-Jährigen, der noch jünger aussieht, als er ist - und eine Frage, die geklärt sein will: Ist Alfie Patten tatsächlich Vater geworden? Ein DNA-Test soll beweisen, dass der Junge aus Großbritannien wirklich ein Kind gezeugt hat. Der Teenager gehe nach wie vor davon aus, der Vater des in der vergangenen Woche geborenen kleinen Mädchens zu sein, sagte der Sprecher der Familie am Montag in London. Seine Eltern verlangten aber einen möglichst raschen Vaterschaftstest, um Gewissheit zu erhalten.
Die 15 Jahre alte Freundin des 13-Jährigen brachte das Baby in der vergangenen Woche in Eastbourne, 110 Kilometer südöstlich von London, zur Welt. Die "Sun" veröffentlichte ein Foto des Jungen mit dem Baby.
Laut Zeitungsberichten haben weitere Jugendliche Anspruch auf die Vaterschaft erhoben: Am Wochenende meldeten sich zwei Jugendliche im Alter von 16 und 14 aus der Nachbarschaft, die ebenfalls mit dem Mädchen geschlafen haben wollen. Einer brüstete sich damit, sogar mehrmals mit Chantelle Sex gehabt zu haben.
"Es gab niemand anderen", sagte nun Chantelle, die im südostenglischen Eastbourne lebt. Sie und Alfie wollten gut für das Baby sorgen. Alfie betonte, er sei mit Chantelle seit zwei Jahren zusammen. "Ich muss der Vater sein."
Die britische Zeitung "News of the World" hat nach eigener Recherche jedoch mindestens acht junge Männer aufgespürt, mit denen die 15-Jährige Geschlechtsverkehr gehabt haben soll. Der 16-jährige Richard Goodsell will beim Baby sogar eine Ähnlichkeit zu sich sehen: "Meine Freunde behaupten, das Baby hätte meine Augen", sagt er der Zeitung. Sogar seine Mutter meine das.
Alfie Patten wehrt sich gegen diese Gerüchte: "Ich bin der einzige Freund, den Chantelle hatte", erzählt er den Blättern. Zum DNA-Test habe ihn seine Mutter geschickt. Er selbst habe gar nicht gewusst, dass es so was gibt.
Familie und Freunde des Teenager-Paares kritisierten derweil, dass seit der Geburt niemand von den Sozialbehörden vorbeigekommen wäre, obwohl sie Unterstützung versprochen hatten. Politiker monierten ebenfalls, dass sich noch niemand gekümmert hätte. Das Jugendamt wies die Klagen jedoch zurück.
Großbritannien ist in West-Europa das Land mit den meisten Teenager-Schwangerschaften. Seit langem wird darüber diskutiert, wie Jugendliche besser aufgeklärt werden könnten.
jjc/AP/dpa
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