Riad - Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung "al Watan", warum sie den Ehevertrag unterschrieben hat, antwortete die kleine Amina: "Meine Mutter hat mir gesagt, dass er (der Bräutigam) mit mir zum Lebensmittelladen gehen wird, um mir dort alles zu kaufen, was ich will." Außerdem habe sie nicht gewollt, dass ihr Vater böse wird.
Dieser ist dem Bericht zufolge absolut davon überzeugt, die richtige Entscheidung für seine Tochter getroffen zu haben. Er habe sie so früh verheiratet, "damit sie keine alte Jungfer wird". Mit den vier jüngeren Schwestern von Amina wolle er genauso verfahren, sobald sie in ihrem Alter sind, zitiert ihn das Blatt.
Zwar hatte die Mutter laut "al Watan" wenigstens noch zwei Jahre warten wollen, bis die Ehe vollzogen wird, doch der 26-jährige Bräutigam lehnte das ab. Die Hochzeitsfeier, bei der es auch zum Geschlechtsverkehr zwischen dem Mädchen und ihrem Ehemann kommen soll, wird demnach in zwei Monaten stattfinden.
In dem islamischen Königreich gibt es bislang kein Mindestalter für die Eheschließung. Aus Sicht saudischer Menschenrechtler ist die Verheiratung von Mädchen, die noch nicht in der Pubertät sind, zwar eine legalisierte Form von Kindesmissbrauch, trotzdem sind bislang alle Vorstöße gegen die Praxis gescheitert. Zahlreiche einflussreiche islamische Religionsgelehrte in Saudi-Arabien verteidigen sie weiterhin.
Es sei nur etwas schade, sagte die Fünftklässlerin Amina der Zeitung, dass sie nun nicht mehr Lehrerin werden könne.
jek/dpa
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