Neu Delhi - Sieben Töchter hat der Inder Kailash "Kalau" Singh, und das scheint ihm nicht zu gefallen. Nachbarn des 63-Jährigen aus dem Dorf Chatav nahe der heiligen Stast Varanasi berichteten der "Hindustan Times", der Mann habe sich vor vielen Jahren an einen Seher gewandt. Der habe ihm geraten, auf das Waschen zu verzichten, wenn er endlich einen Sohn haben wolle.
Der Mann tat wie ihm geheißen und ersetzte fortan das Baden und Zähneputzen durch ein "Feuerbad", berichtete die "Hindustan Times". Dabei stehe er allabendlich auf einem Bein neben einem Lagerfeuer, rauche Marihuana und bete zum Gott Shiva. "Ein Feuerbad hilft dabei, die Bakterien abzutöten und Infektionen zu verhindern", zitierte das Blatt Kalau.
Nach dem Tod seines Bruders vor fünf Jahren ging Singh noch weiter und verzichtete nun auch auf das rituelle Bad im Fluss Ganges. Seine Arbeit in einem Gemüseladen musste er aufgeben, weil seinetwegen die Käufer fernblieben.
Offiziell meidet Singh das Waschen aus Protest gegen die "nationalen Probleme". Erst wenn diese gelöst seien, wolle er sich wieder baden, sagte er dem Blatt.
Die meisten Inder bevorzugen Söhne. Mädchen werden als Belastung betrachtet, weil bei einer Heirat eine hohe Mitgift für die Familie des Bräutigams fällig wird.
ala/AFP
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