New Ulm - Späte Einsicht: Die Eltern des 13-Jährigen haben nun vor einem Gericht in New Ulm im US-Staat Minnesota gesagt, sie glaubten, dass die Behandlung nötig sei, um das Leben ihres Sohnes zu retten. Ihre religiösen Bedenken hätten sie beiseitegeräumt. Damit folgt das Ehepaar, das an alternative Heilmethoden glaubt, nach langem Widerstand den Empfehlungen der Ärzte - sie halten eine Chemotherapie für lebensnotwendig.
Der Junge ist am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt. Nach Angaben von Ärzten hat er eine Chance von 90 Prozent, mit einer Strahlen- und Chemotherapie geheilt zu werden. Die Eltern hatten die Behandlung jedoch abgebrochen und dies mit ihrer religiösen Überzeugung begründet. Weil eine Zwangstherapie drohte, verließ die Mutter mit ihrem Sohn den Bundesstaat. Als die Frau per Haftbefehl gesucht wurde, kehrten die beiden nach Minnesota zurück.
Daniels Zustand hat sich einer Untersuchung zufolge gravierend verschlechtert: Ein Tumor in der Brust des Jungen ist seit einer Chemotherapie im Februar stärker gewachsen, als Anfang des Jahres vorhergesagt worden war. "Der Druck auf die Atmung ist jetzt so stark, dass wir unbedingt noch in dieser Woche mit der Chemotherapie beginnen müssen", sagte der behandelnde Onkologe Michael Richards.
Da der Junge auf die erste Runde der Medikamente gut reagiert habe, sei die Therapie sehr erfolgversprechend, so die Mediziner. Allerdings könne es den Tumor resistent machen, wenn die Behandlung häufiger unterbrochen werde.
Ermittlungen gegen Mutter eingestellt
Nachdem die Eltern der Therapie zugestimmt hatten, erlaubte das Gericht, dass Daniel bei ihnen bleiben darf. Dies sei für ihn das Beste, solange die Eltern den Empfehlungen der Ärzte folgten und ihren Sohn mit mindestens fünf Chemo-Sitzungen behandeln ließen, sagte der Vorsitzende Richter. Die Ermittlungen gegen die Mutter wegen der Flucht wurden eingestellt.
Doch es bleiben Zweifel an dem Kurswechsel. Der Staatsanwalt befürchtet, die Familie könnte es nicht ernst meinen und die Chemotherapie erneut abbrechen, wenn Daniel sie nicht gut vertrage: "Sie haben ja bereits häufiger ihre Meinung geändert."
siu/AP
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