Mittwoch, 10. Februar 2010

Panorama



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27.06.2009
 

Christopher Street Day

Berlin schwelgt im "Homoglück"

Riesenparty in der Hauptstadt: 250.000 Menschen feiern den Veranstaltern zufolge die Christopher-Street-Day-Parade in Berlin. Eine Gedenkfeier für verfolgte Homosexuelle war jedoch zuvor von einem Unfall überschattet worden.

Berlin - "Stück für Stück ins Homoglück - Alle Rechte für Alle" ist das Motto der diesjährigen Parade zum Christopher Street Day (CDS) in Berlin. Bis zu 250.000 Menschen feiern nach Angaben der Veranstalter in der Hauptstadt.

Auf dem Kurfürstendamm setzte sich der Umzug, der bereits zum 31. Mal stattfindet, in Bewegung. Zehntausende Schwule, Lesben und Transsexuelle machten sich um 12.30 Uhr mit 55 Wagen und Fußgruppen auf den Weg in Richtung Siegessäule, wo die Abschlusskundgebung geplant ist.

Zahlreiche Teilnehmer trugen bunte Kostüme und schwenkten Regenbogenfahnen. Die Veranstalter fordern die Verankerung des Schutzes Homosexueller im Grundgesetz.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und der Wiener Jurist Helmut Graupner sollten am Abend von den CSD-Initiatoren den Zivilcouragepreis 2009 bekommen.

Eine Gedenkfeier am neuen Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen musste am Samstagmittag jedoch wegen eines Unfalls vorzeitig beendet werden. Der 96-jährige frühere KZ-Häftling Rudolf Brazda war am Rednerpult gestürzt. Er zog sich Kopfverletzungen zu.

Bis zum Eintreffen eines Krankenwagens wurde der Gestürzte von der Polizei und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) versorgt. Nach Polizeiangaben war das Rednerpult, auf das sich Brazda stützen wollte, weggerutscht. Brazda war wegen seiner Homosexualität von 1941 bis 1945 im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt.

Mehrere Politiker sowie Lesben- und Schwulenverbände erinnerten bei der Veranstaltung an die Verfolgung Homosexueller. Wowereit sprach sich für eine Rehabilitierung derjenigen aus, die bis 1969 nach dem alten Schwulen-Paragrafen strafrechtlich verfolgt wurden. Er forderte eine Entschädigung und eine Rentenregelung. Darüber hinaus mahnte er an, die Erinnerung aufrecht zu erhalten: "Das was geschehen ist, können und wollen wir nicht vergessen. Wir müssen täglich dafür kämpfen, dass Menschen nicht diskriminiert und ausgegrenzt werden."

CSD-Paraden gehen auf Homosexuellen-Proteste gegen Polizeiwillkür Ende Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street zurück.

pad/dpa/ddp

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