Schleswig/Westerland - Es sind die Nachwehen einer gigantischen Fete: 5000 Menschen waren Mitte Juni dem Aufruf des arbeitslosen Metallbauers auf dem Internet-Portal "MeinVZ" gefolgt. Im Netz hatte Stüber die Gruppe "Alle Mann nach Westerland; wir machen eine fette Beach-Party" gegründet. Auf der Insel kam es zu Schlägereien und Alkoholexzessen.
Nun soll er für die Kosten des sogenannten "Flashmob" zahlen. "Der Sylt Tourismus-Service will 20.230 Euro von mir", sagte der 26-Jährige am Mittwoch. Die Tourismusagentur bestätigte die Zahlungsaufforderung. Er werde nicht bezahlen, betonte der Schleswiger, der im Internet zu der Party aufgerufen hatte.
Stüber sieht sich im Gegensatz zu den Sylter Behörden nicht als Veranstalter, sondern lediglich als Initiator. Er werde die Rechnung, die bis zum 28. Juli bezahlt werden soll, seinem Anwalt übergeben, sagte der Schleswiger. Dieser werde dann zunächst eine detaillierte Rechnung anfordern. Nach einigen Mahnbescheiden werde es wohl zum Prozess vor dem Verwaltungsgericht kommen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir den Prozess verlieren", betonte der Schleswiger.
Außerdem erwartet den Initiator noch eine Rechnung der Gemeinde Sylt. "Wir stellen unsere Kosten unabhängig von der Sylt Tourismus-Service in Rechnung", sagte die Sprecherin der Gemeinde, Gabriele Gotthardt. Die Kosten sollen sich ebenfalls auf rund 20.000 Euro belaufen. Die Gemeinde hatte angekündigt, die Kosten gerichtlich durchsetzen zu wollen. Es müsse Klarheit geschaffen werden, wie solche Partys künftig zu behandeln seien.
han/dpa
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