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09.10.2009
 

Michelle Obama

Forscher entschlüsseln Stammbaum der First Lady

First Lady: Die Geschichte der Michelle O.
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AP

Das Sklavenmädchen war gerade sechs Jahre alt, als sein Besitzer es - neben einer Kaffeemühle und Tischtüchern - seiner Familie als Erbteil vermachte. Sein Wert wurde auf 475 Dollar beziffert. Mehr als 150 Jahre später ist die Ur-ur-ur-Enkelin jenes Kindes die berühmteste Frau der Welt.

New York - Das Wissen um die eigenen Wurzeln zählen die meisten Menschen zu den wichtigsten identitätsstiftenden Grundlagen ihres Lebens. Michelle Obama kann dem Puzzle ihrer Familiengeschichte nun einen weiteren Baustein hinzufügen.

Wie die "New York Times" berichtete, ist nunmehr anhand genealogischer Forschung bestätigt, dass eine Vorfahrin der amerikanischen First Lady mütterlicherseits von weißen Plantagenbesitzern als Sklavin gehalten und als Erwachsene von einem Weißen geschwängert wurde.

Dem Blatt zufolge war die Entdeckung eines Testamentes aus dem Jahr 1850 der Schlüssel zur Rekonstruktion des Lebensweges der Obama-Vorfahrin.

Demnach vermachte ein Plantagenbesitzer aus South Carolina, David Patterson, damals neben einer Kaffeemühle, drei Vorhängen und zwei Tischtüchern auch neun Sklaven seiner Familie, darunter das "Melvinia" genannte Mädchen - sein Wert wurde auf 475 Dollar beziffert.

"Die Nutzung des Negermädchens und seiner Nachkommen" ging auf Pattersons Frau über, die das Kind ihren Verwandten in Georgia überließ. Im Alter von 15 Jahren soll Melvinia geschwängert worden sein - von einem Weißen. Ob es sich dabei um eine Vergewaltigung durch einen Verwandten der Patterson-Familie gehandelt hat, sei heute nicht mehr feststellbar, so die "New York Times".

Melvinia und der weiße Vater ihres ältesten Sohnes waren die Ur-ur-ur-Großeltern der heutigen First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, Michelle Obama.

Geschichtsforscher werten die somit bestätigte Vermutung der Obamas, dass sich in Michelle Obamas Stammbaum auch weiße Vorfahren befinden, als symbolhafte Spiegelung der Entstehung der us-amerikanischen Gesellschaft: "Michelle Obama repräsentiert, wie wir das wurden, was wir sind", sagte der Historiker Edward Ball der "New York Times". "Es gibt nicht nur klar voneinander getrennte Stränge wie Latinos, Schwarze und Weiße. Unsere Gesellschaft hat sich seit Generationen vermischt."

pad

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