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29.10.2009
 

Prüfverfahren

Evangelische Kirche will Rechtsextreme rauswerfen

Margot Käßmann: Bischöfin in der Bredouille
Fotos
DPA

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat die Bundesregierung zu einem verstärkten Kampf gegen Rechts aufgerufen. Man wolle aber auch selbst Zeichen setzen, hieß es, und den Ausschluss von Extremisten prüfen.

Ulm - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beklagt rechtsextreme Einstellungen auch bei ihren Mitgliedern. Es sei beunruhigend, dass rechtes Gedankengut in der Öffentlichkeit auf dem Vormarsch sei und zunehmend zu brutalen Gewalttaten führe, erklärte die EKD zum Abschluss ihrer Jahrestagung am Donnerstag in Ulm. Die Kirchenjuristen wurden aufgefordert zu prüfen, ob Rechtsextremisten aus den eigenen Reihen ausgeschlossen werden können. Demokratie und Toleranz müssten von der Kirche verteidigt werden.

Zudem forderte die Synode zu einem verstärkten ehrenamtlichen Engagement auf. "Ehrenamtliches Engagement ist unersetzlich für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Gerade ein sich immer stärker ausdifferenzierendes und individualisierendes Gemeinwesen ist auf dieses Engagement angewiesen."

Zuvor hatte die EKD ihren bisherigen Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber offiziell aus seinem Amt verabschiedet. "Du hast uns außerordentlich gut vertreten", bedankte sich die Grünenpolitikerin und Vorsitzende des Kirchenparlaments, Katrin Göring-Eckardt. Der 67-jährige Huber scheidet mit Erreichen des Pensionsalters aus.

Margot Käßmann gewählt

Bereits am Mittwoch wurde Hannovers Bischöfin Margot Käßmann als seine Nachfolgerin gewählt. Mit der geschiedenen 51-Jährigen steht erstmals eine Frau an der Spitze der 25 Millionen deutschen Protestanten. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Käßmann.

Ihre Scheidung spiele in der evangelischen Kirche keine Rolle, sagte Käßmann der "Bild"-Zeitung am Donnerstag. Die Synode habe mit ihrer Wahl klargestellt: "Es kann Brüche im Leben der Menschen geben, und trotzdem bleiben sie im Amt. Denn auch Scheitern will und muss gelebt werden."

Käßmann will sich als Ratsvorsitzende vor allem für sozial Schwache und Arme einsetzen. Sie wolle zeigen, dass die evangelische Kirche in sozialen Fragen für die Menschen am Rande der Gesellschaft, für Kinder in Armut, für Pflegebedürftige einsteht und Lebenshilfe leistet, sagte sie der Zeitung. Zudem wolle sie die Ökumene stärken.

"Die Katholiken wissen, was sie an mir haben." Merkel erklärte Käßmann in einem Glückwunschschreiben: "Ich freue mich sehr, dass mit Ihnen erstmals eine Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland steht." Käßmann habe bereits als Bischöfin in der Landeskirche Hannover wesentliche Akzente gesetzt. "Ich bin überzeugt, dass Sie auch als oberste Repräsentantin der EKD die Kirche in der Gesellschaft und auch gegenüber der Politik in besonderer Weise vertreten werden."

jdl/dpa

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– Eintritt frei –







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