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10.11.2009
 

Komasaufen auf dem Spielplatz

Jugendliche füllten Siebenjährigen ab

Trinkende Jugendliche in Münster (nachgestellte Szene)Zur Großansicht
ddp

Trinkende Jugendliche in Münster (nachgestellte Szene)

"Das war nicht mehr nur Jux und Tollerei": Die Berliner Polizei sucht nach vier Jugendlichen, die einen Siebenjährigen mit Alkohol abgefüllt haben sollen. Der Junge war mit zwei Promille in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Berlin - Inzwischen ist der Siebenjährige wieder zu Hause. Es gehe dem Kind gut, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Dienstag. Die Berliner Polizei sucht nun vier Jugendliche, die den Jungen am Sonntagabend zum Alkoholtrinken bis zur Übelkeit angestiftet haben sollen. "Sie haben ihn mehr oder weniger abgefüllt", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. "Das war nicht mehr nur Jux und Tollerei."

Über die Jugendlichen war zunächst nur bekannt, dass sie zwischen 17 und 19 Jahre alt sind und schwarze Haare haben. Das hätten der Junge und sein neunjähriger Bruder angegeben, der bei dem Vorfall am Sonntagabend auf einem Spandauer Spielplatz dabei war. Der Siebenjährige war zitternd auf einem Gehweg gefunden und mit zwei Promille Alkohol im Blut in eine Klinik gebracht worden.

Die Deutsche Kinderhilfe forderte nach dem Vorfall ein bundesweites nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol nach baden-württembergischem Vorbild. Im Kinder- und Jugendbereich sollte nicht jedes Bundesland seine eigene Regelung haben, sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Georg Ehrmann, am Dienstag in Berlin. Ehrmann appellierte außerdem an alle Landesregierungen, jugendliche Alkohol-Testkäufer einzusetzen. Nur so könnten "skrupellose Händler" auf frischer Tat ertappt werden.

Kein Alkohol mehr an Tankstellen

Die Zahl der Eltern, denen der Alkoholkonsum ihrer Kinder egal sei, steige, kritisierte der Verein. Immer mehr Kinder kämen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus. Politiker dürften angesichts dieser Entwicklung nicht länger "die Hände in den Schoß legen".

In Baden-Württemberg darf künftig an Tankstellen, Kiosken oder in Supermärkten nachts zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden. Der Landtag verabschiedete Anfang November ein entsprechendes Gesetz, das nach Angaben des Innenministeriums voraussichtlich bis zum 1. März 2010 in Kraft tritt. Mit dem Verkaufsverbot sollen Saufgelage von Jugendlichen unterbunden werden.

In Berlin stoßen Polizei und Sozialarbeiter immer wieder auf betrunkene Kinder und Jugendliche. Allein die Neuköllner Arbeitsgruppe Jugendschutz hat seit ihrer Gründung vor einem Jahr 33 betrunkene Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren aufgegriffen. Der höchste festgestellte Alkoholwert betrug 3,0 Promille. Die Berliner Polizei hat im September insgesamt 152 teilweise schwer betrunkene Jugendliche registriert.

jdl/dpa

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insgesamt 824 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.02.2010 von Claus M.:

Der Verkauf / die Weitergabe von Bier an Minderjährige sollte verboten werden. Volljährige sind für sich selbst verantwortlich, und dürfen gerne pausenlos trinken. Wer sich in jungen Jahren jedes Wochenende betrinkt, ist nun [...] mehr...

19.02.2010 von deltacentauri: Letzteres!

Es ist ganz einfach: Die Rechnung für die Intensivstation zahlt nicht die Krankenkasse, sondern die Eltern. Da kommen schnell ein paar tausend Euro zusammen. Und wenn sie Hartz4 beziehen, wird das eben abgestottert. Und - o [...] mehr...

18.02.2010 von mimi1608:

Hier kamen schon viele Vorschläge, wie Kinder besser betreuen oder Alkohol unglaublich hoch besteuern. Ich halte von beiden Argumenten sehr wenig. Man kann nicht rund um die Uhr ein Kind bewachen und am Beispiel von Finnland kann [...] mehr...

14.02.2010 von murrle01:

Sie verkennen die Wirklichkeit! Und wenn Sie ein Dutzend Kinder als 0,x % Problemfälle, und als minimale Randgruppen bezeichen, spreche ich Ihnen jegliches Gefühl und Verständnis ab. Hoffe nur, das niemals eine Polizeistreife [...] mehr...

10.02.2010 von ehmaik:

Alkohol ist eben in Deutschland die billigste Droge! Sie ist gesellschaftsfähig und wird uns in schönen bunten Flaschen angeboten. Die beste Lösung wäre natürlich Alkohol so hoch zu besteuern damit es gerade mal für ein Glas Sekt [...] mehr...

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Komatrinken

Was Suchtexperten fordern

1. Höhere Besteuerung von Alkohol und Zigaretten

2. Alkoholabgabe erst ab 18 Jahren

3. Ein generelles Werbeverbot

4. Einführung der Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr

5. Verzicht auf Prohibition, weil das die Schwarzbrennerei fördert

6. Einrichtung spezieller Liquor-Stores, die um 20 Uhr schließen

7. Tankstellen sollten nicht mehr rund um die Uhr Alkohol verkaufen, das schränkt Gelegenheitskäufe ein.

8. Gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol thematisieren

9. Lehrer und Eltern sollten ihren eigenen Alkoholkonsum kritisch hinterfragen und an ihre Vorbildfunktion denken.

10. Eltern sollen sich mit ihren Kindern auseinandersetzen, sie nicht vor Computer und TV alleinlassen und eine klare Haltung einnehmen.






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