Berlin - Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt sollten aus Sicht des Deutschen Ethikrats aufgegeben werden.
"Die bestehenden Angebote anonymer Kindesabgabe sind ethisch und rechtlich sehr problematisch, insbesondere weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzen", heißt es in der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Deutschen Ethikrats.
Es sei unwahrscheinlich, dass anonym abgegebene Kinder ansonsten ausgesetzt oder getötet würden, erklärte das Gremium am Donnerstag in Berlin.
Darüber hinaus solle das systematische Angebot von anonym durchgeführten Geburten aufgegeben werden.
Ziel der seit 1999 eingerichteten Möglichkeit zur anonymen Kindesabgabe ist es, Aussetzungen und Tötungen zu verhindern. Die stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, Christiane Woopen, bezeichnete diese Praxis als "rechtswidrig". Sie sprach sich dafür aus, Schwangere und Mütter in Notlagen stattdessen besser über die bestehenden legalen Hilfsangebote zu informieren und Vertrauen in diese zu schaffen.
Außerdem schlug das Gremium vor, künftig per Gesetz eine vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung zu ermöglichen. Spätestens nach einem Jahr müssten die Kinder jedoch zumindest unter dem Namen der Mutter gemeldet werden.
Dem Ethikrat gehören unter anderem Wissenschaftler und Juristen an. Sie verfolgen im Auftrag von Bundestag oder Bundesregierung gesellschaftliche, rechtliche und naturwissenschaftliche Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft.
pad/dpa/AP
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