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08.12.2009
 

Havelland

14-Jähriger stirbt bei Würgespiel

Ein Gymnasiast aus dem Havelland ist bei einem Würgespiel ums Leben gekommen. Das tödliche Ende einer Suche nach einem besonderen Kick ist in Deutschland noch ein tragischer Einzelfall. In den USA und Frankreich soll es jedoch bereits zahlreiche derartige Todesfälle gegeben haben.

Potsdam - Die Mutter hat den 14-jährigen Gymnasiasten aus dem Havelland am vergangenen Freitag laut einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" (MAZ) leblos zu Hause gefunden. Der Junge sei bei einem sogenannten Würgespiel ums Leben gekommen. Er habe sich hingekniet, mit einem Strick kurzzeitig stranguliert und dabei offenbar das Bewusstsein verloren, meldete das Blatt weiter. Der 14-Jährige sei jetzt beigesetzt worden. Die Polizei im Havelland bestätigte am Dienstag den Vorfall.

Der Computer sei angeschaltet gewesen und eine Anleitung für das vermeintliche Spiel, mit dem sich nach Aussagen französischer Experten in jüngster Zeit vor allem Jungen einen Rausch verschaffen wollen, noch abrufbar gewesen, schreibt die Zeitung.

Ziel der Würge- oder Schalspiele ist es laut MAZ, so lange die Luft anzuhalten oder die Halsschlagader abzudrücken, bis das Bewusstsein schwindet. Das Gehirn erhält zu wenig Sauerstoff, was einen rauschhaften Zustand hervorruft. In den USA und Frankreich soll es schon zahlreiche Todesfälle gegeben haben.

In diesem Jahr seien allein in Frankreich 13 Kinder auf diese Weise ums Leben gekommen, hatte die Psychiaterin Marie-France Le Heuzey bei einer internationalen Tagung zu dem Thema am vergangenen Donnerstag in Paris erklärt. Schon Sechsjährige seien davon fasziniert, sich mit dem Mangel an Sauerstoff in einen rauschähnlichen Zustand zu versetzen, sagte sie der Zeitung "Le Figaro". Dabei käme es immer wieder zu Unfällen, die teils als Selbstmorde gedeutet werden.

Seit etwa zehn Jahren habe sich das Phänomen an Schulen ausgebreitet, neuerdings auch unter Grundschülern. Waghalsige Jungen, die sich beweisen wollten, seien besonders gefährdet. Le Heuzey empfiehlt Eltern, darauf zu achten, ob ihre Kinder regelmäßig mit Gürteln oder Schals spielen oder sich in ihrem Zimmer einschließen.

siu/dpa

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