Heftiger Schneefall und Glatteis sorgten in mehreren Bundesstaaten im Mittleren Westen für chaotische Verhältnisse. Hunderte Flüge fielen aus, Schulen wurden geschlossen, die Stromversorgung brach teilweise zusammen. Auch auf den Flughäfen rund um New York kam es wegen der Wetterbedingungen zu mehrstündigen Verspätungen.
"Ein Sturm von dem Ausmaß, wie er über weite Teile des Landes gefegt ist, ist wirklich selten", sagte eine Meteorologin des nationalen Wetterdienstes der "New York Times". Er setzte die Amerikaner rauen Mengen von Eis und Schnee aus.
Tatsächlich wurde in den Bundestaaten Iowa und Wisconsin fast ein halber Meter Neuschnee registriert. Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h führten zu meterhohen Schneeverwehungen. Zum ersten Mal seit Jahren blieben die Hörsäle der Universität Wisconsin wegen des Wetters geschlossen. "Das kommt selten vor, denn die Leute hier sind Schnee gewohnt", sagte ein Universitätssprecher der "New York Times".
Wegen der schlechten Sichtverhältnisse konnte Räumgerät in manchen Gebieten nur eingeschränkt genutzt werden, viele Autofahrer saßen stundenlang in ihren Fahrzeugen fest.
"Das ist der schlimmste Sturm, den wir seit langem erlebt haben", sagte ein Einwohner des Ortes Flagstaff in Arizona dem Fernsehsender ABC.
Schnee im Norden, Überschwemmungen im Süden
Und es droht neues Ungemach: In der Nacht auf Donnerstag bewegte sich der Schneesturm weiter in Richtung Ostküste auf die Neuengland-Staaten und Kanada zu. Dann könnten zwei Drittel des Landes betroffen sein, sagte der Meteorologe Jim Lee.
Im Süden des Landes kam es dagegen zu heftigen Regenfällen und zahlreichen Überschwemmungen. In Alabama landeten Helfer nach Berichten des Fernsehsenders CNN mit ihrem Gummiboot in einer Baumkrone. Sie hatten versucht, einen Autofahrer zu befreien - und waren dabei weggespült worden.
Ein anderer Autofahrer klammerte sich eine ganze Weile an einer Brücke fest, nachdem sein Auto in den Fluten eines Flusses weggespült worden war. Er konnte gerettet werden. Der Wind blies in Nashville (Tennessee) derart scharf, dass der Weihnachtsbaum vor dem Regierungsgebäude des Bundesstaats entzwei brach.
jok/hut/dpa/AP
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