Buenos Aires - Der 39-jährige Alex Freyre und sein 41 Jahre alter Partner José Maria Di Bello haben sich am Montag in der Stadt Ushuaia in Feuerland das Ja-Wort gegeben. Dies sei ein "Schritt in Richtung Rechtsgleichheit" aller Bürger, sagte Freyre nach der Trauung in einem Telefonat mit dem Fernsehsender Todo Noticias. Trauzeuge Claudio Morgano, der Vorsitzende des Nationalen Instituts gegen Diskriminierung (INADI), sprach von einem "historischen Ereignis".
Freyre und Di Bello hatten lange darum gekämpft, eine rechtsgültige Ehe eingehen zu dürfen. Frühere Versuche der beiden, in der Hauptstadt Buenos Aires zu heiraten, waren dort von der Stadtverwaltung vereitelt worden. Die argentinische Verfassung lässt die Frage offen, ob eine Ehe nur zwischen heterosexuellen Partnern geschlossen werden darf. Damit liegt es letztlich im Ermessen lokaler Behörden, ob sie eine Heirat von Homosexuellen gestatten.
Auch die Behörden von Ushuaia am südlichsten Zipfel Amerikas, wo die beiden mit dem HI-Virus infizierten Männer an einem Institut zum Thema Diskriminierung arbeiten, verweigerten zunächst die Eheschließung. Eine ausdrückliche Erlaubnis der Gouverneurin von Feuerland, Fabiana Rios, machte den Weg für die erste Homo-Ehe in Lateinamerika schließlich frei.
In Argentinien und anderen Teilen Lateinamerikas wird die Homo-Ehe von vielen Bürgern, besonders aber von der katholischen Kirche, abgelehnt. Bisher waren nur vereinzelt eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen möglich.
Mexiko-Stadt hat vor gut einer Woche erstmals in Lateinamerika per Gesetz die Homo-Ehe mit den gleichen Rechten und Pflichten wie bei heterosexuellen Paaren eingeführt. Sie darf ab Februar geschlossen werden.
siu/APD/AFP
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