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27.01.2010
 

Angebliche Verfolgung

USA gewähren deutscher Familie politisches Asyl

Die Romeikes fühlten sich wegen ihres Glaubens verfolgt, nun hat die deutsche Familie in den Vereinigten Staaten politisches Asyl bekommen. Die Eltern hatten unter anderem kritisiert, dass sie ihre fünf Kinder hierzulande nicht zu Hause unterrichten durften.


Nashville - Der Fall der Familie Romeike hat am Dienstag eine weitere Wendung genommen. Richter Lawrence Burman in Memphis gab seine Entscheidung bekannt: Die aus Baden-Württemberg stammenden Eheleute Uwe und Hannelore Romeike dürfen im US-Bundesstaat Tennessee bleiben und damit ihre fünf Kinder wie gewünscht weiterhin selbst zu Hause unterrichten.

Die Romeikes und ihre Kinder leben seit 2008 in Morristown, Tennessee. Sie verstehen sich als evangelikale Christen und vertreten die Ansicht, dass das deutsche Bildungssystem Werte vermittelt, die gegen christliche Grundsätze verstoßen.

Die aus Bissingen an der Teck stammenden "roh-MY-kees" (Washington Post) hatten die drei ältesten ihrer Kinder von der Schule genommen. Mehrfach forderten die örtlichen Behörden sie auf, die Kinder zum Unterricht zu bringen - vergeblich. Im Oktober 2006 stand erstmals die Polizei vor der Tür und brachte die Kinder in die Schule.

Flucht in die USA

Als das Bundesverfassungsgericht im Mai 2006 bestätigte, dass die Schulpflicht einzuhalten und Verstöße dagegen als Ordnungswidrigkeit zu ahnden seien, entschlossen sich die Romeikes, in Richtung USA zu fliehen: "Wir wussten, dass wir das Land verlassen mussten", sagte der Familienvater vor Gericht.

In den vergangenen 10 bis 20 Jahren sei ein zunehmender Verfall der christlichen Werte an deutschen Schulen zu beobachten gewesen, erklärte der Flüchtling. In einem Interview sagte Romeike außerdem, seine Kinder hätten an deutschen Schulen mit Gewalt und Mobbing zu kämpfen gehabt.

Der deutsche Generalkonsul für den Südosten der Vereinigten Staaten, Lutz Gorgens, sagte der "Washington Post", Deutschland verfüge über ein großes Angebot an Bildungsmöglichkeiten. Die Eltern könnten wählen zwischen öffentlichen, privaten und religiösen Schulen, einschließlich alternativer Einrichtungen wie Waldorf- oder Montessorischulen. Die Schulpflicht sichere einen hohen Bildungsstandard für alle Kinder.

Der "Post" zufolge kann die Entscheidung des Gerichts noch gekippt werden. Die Anwälte der Familie erklärten, sie hofften, das Urteil werde Einfluss auf die öffentliche Meinung in Deutschland haben.

ala/APD

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Die neuesten Beiträge:
01.02.2010 von spiegel-hai: "Recht"

was verstehen Sie unter "Recht" außer dem inflationären Wunsch alles tun zu können, was einem gerade so in den Kram paßt? Ich sehe hier lediglich gesetzlichen Spielraum. Man könnte natürlich die allgemeine Schulpflicht [...] mehr...

01.02.2010 von stormking: Titel

Sie machen daraus unnötigerweise eine Entweder-Oder-Situation. Schon das Grundgesetz sieht das anders. Erziehung liegt in der Verantwortung der Eltern, diese Verantwortung und die damit verbundenen Rechte sind aber nicht [...] mehr...

01.02.2010 von tweet4fun: Vorsicht Falle!

Kinder sind ein Teil der Familie, in der sie aufwachsen. Ob das gut oder schlecht für sie ist, steht aussen vor. Das hat per se auch nichts mit Religion zu tun. Es gibt eine Menge Familien, die nicht religiös sind aber arm und [...] mehr...

01.02.2010 von ID Fake: Ohne Titel gibt's Fehler

Dem steht eine Schulpflicht in keinster Weise im Wege. mehr...

01.02.2010 von spiegel-hai: Sozialisation

wo sind hier Ursache und Wirkung? Ich habe den starken Eindruck (auch aus den Fernsehberichten über diese Familie), daß ein bedeutender Teil der sozialen Probleme der Kinder etwa in der Schule eben durch die Eltern verursacht [...] mehr...

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