Bielefeld/Münster - In dem strengen Winter sind schon 15 obdachlose Menschen in Deutschland erfroren. Das teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Bielefeld mit. Seit dem Winter 1996/97 habe es nicht mehr so viele erfrorene Wohnungslose in Deutschland gegeben. Damals waren bundesweit mindestens 25 Tote gezählt worden.
Der erste Kältetote dieses Winters war am 4. Dezember 2009 ein 55- Jähriger in Berlin. Er starb im Krankenhaus an Unterkühlung. Wie am Freitag bekannt wurde, starb ein 45-Jähriger bereits am 10. Januar in der Altstadt von Münster den Kältetod.
Zuletzt war am 21. Januar ein 53-Jähriger am Hamburger Bismarck-Denkmal auf St. Pauli erfroren aufgefunden worden. Neun der 15 Männer seien in Großstädten gestorben, hieß es. Dennoch gebe es in der Regel vor allem in ländlichen Gegenden zu wenig Hilfsangebote für Wohnungslose.
Die Arbeitsgemeinschaft appellierte an die Kommunen, menschenwürdige Unterkünfte mit einem Mindestmaß an Privatsphäre anzubieten. Diese sollten auch tagsüber und in der Nacht geöffnet bleiben. Der Aufenthalt dort dürfe nicht auf wenige Tage im Monat beschränkt sein. In den kalten Nächten sollten U-Bahnstationen, Bahnhöfe und andere geeignete öffentliche Gebäude geöffnet werden.
pad/dpa
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