Berlin - Das Treffen dauerte zwei Tage, das Ergebnis des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war danach klar. Nikolaus Schneider soll Nachfolger für die zurückgetretene Ratsvorsitzende Margot Käßmann werden. Zwar steht noch eine endgültige Entscheidung aus, doch scheint alles auf den 62-Jährigen aus dem Rheinland hinauszulaufen. Im November muss zwar die Synode der Kirche, das Parlament, sein Votum fällen. Doch der Weg dahin ist mit der Entscheidung des Rats, der sich an diesem Wochenende in Tutzing am Starnberger See traf, für Schneider ein Stück weit geebnet.
"Ich sage zu diesem Wunsch, dass er meinem Ego schmeichelt, dass er ehrenhaft ist, aber ich sage ganz deutlich: Das entscheidet die Synode. Und es gebietet der Respekt vor der Synode, dem nicht vorzugreifen", so Schneider diplomatisch.
Der 62-jährige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland führt den Vorsitz bereits kommissarisch. Er habe in den vergangenen Tagen mit vielen Menschen gesprochen und vor allem mit seiner Frau, "weil unsere Lebensplanung eine völlig andere war", sagte Schneider. Aber: "Ich bin offen für die Situation, für das, was auf mich zukommt." Und er will sich nicht drücken, wenn er gebraucht wird: "Also diese Offenheit ist da. Es ist wirklich nicht so, dass ich sage: Nein, auf gar keinen Fall." Eine endgültige Entscheidung über den Wunsch der EKD-Ratsmitglieder wolle er sich aber bis zur Synode vorbehalten.
Unterstützung von der Präses Göring-Eckardt
Käßmann war am vergangenen Mittwoch nach einer Alkoholfahrt als EKD- Ratsvorsitzende und hannoversche Bischöfin zurückgetreten. Ihr Schritt hatte in der Öffentlichkeit zu einer kontroversen Debatte geführt. Käßmann war erst vier Monate im Amt. Schneider, ihr bisheriger Vize, rückt automatisch erst einmal nach. "Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die Zusammenarbeit mit Nikolaus Schneider über den Herbst hinausreichte", betonte Katrin Göring-Eckardt, Präses der EKD-Synode, nach dem Tutzinger Treffen in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Schneider.
Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich sagte nach der Ratssitzung, es sei auch sein Wunsch, dass Schneider der Nachfolger werde. Der sächsische Landesbischof Bohl versicherte, das sei einhellige Meinung des Rats. Aber "es wäre ein törichtes Signal, der Synode zu sagen, was sie zu tun hat. Für die evangelische Kirche ist es sehr wichtig, dass die Kleiderordnung eingehalten wird", erklärte der Bischof. Eine offizielle Wahlempfehlung will der Rat erst auf der Synode im November aussprechen, diesmal sprachen die Vertreter jeweils ihren persönlichen Wunsch aus.
Diplomatische Worte
Göring-Eckardt, Mitglied der Grünen, betonte mehrfach mit diplomatischen Worten, das Tutzinger Meinungsbild sei noch keine offizielle Wahlempfehlung. Die Entscheidung zur Käßmann-Nachfolge liege einzig und allein bei der Synode. Dennoch bekam Schneider von Göring-Eckardt schon einmal ein hervorragendes Zwischenzeugnis mit auf den Weg. "Mit seiner hohen sozialethischen Kompetenz wird er die unverwechselbare Stimme unserer Kirche in der Gesellschaft zur Geltung bringen - ob es um die Fragen von Krieg und Frieden, den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft oder andere theologische Fragen geht", sagte Göring-Eckardt.
"Nikolaus Schneider steht für eine Kirche, die nahe bei den Menschen ist und ihre Sprache spricht, für eine Kirche, die sensibel ist für Gefährdete und Schwache, für eine Kirche, die Menschen in ihrer Gebrochenheit annimmt", lobte Göring-Eckardt den Wunschnachfolger für Käßmann. "Er ist ein Mensch mit außerordentlich großer Herzenswärme." Auch wenn die letzte Entscheidung bei der Synode liegt, hat deren Präses Göring-Eckardt mit dieser Hommage schon einmal dicke Pflöcke eingeschlagen.
Auf der letzten Synode vor vier Monaten hatten nach Käßmann und Schneider eine Laienvertreterin, Friedrich und der badische Landesbischof Ulrich Fischer die besten Wahlergebnisse erreicht. Der oder die Ratsvorsitzende muss kein Bischof sein, aber seit 1948 war immer ein leitender Geistlicher einer Landeskirche zum Ratsvorsitzenden gewählt worden.
Das wäre im Falle Schneiders der Fall. Und so dürfte es auch diesmal geschehen.
sev/dpa/apn
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Käßmann und Sex dürfte das Problem treffen. Seriöse Männer sind alt und scheinen mit Sex nichts mehr am Hut zu haben. Dürfte eine gewaltige Lüge sein. Geschichte ist Sex und sonst nichts. Ich flechte mal unschuldigerweise den [...] mehr...
Nein, hat sie nicht, da sie noch nie eine moralische Instanz war. Die Kirchen nehmen sich nur das Recht, als moralische Instanz aufzutreten, da sie sich in der Deutungshoheit von Gottes Wort wähnen. Frau Käßmann hätte nicht [...] mehr...
Wo er doch Fachmann war im Strassenverkehr - seien Sie nicht so ueberkritisch mehr...
Bei dem Geschehen Käßmnn sind wenige Dinge interessant und genauso ungeklärt. 1. Wie kommt es zu dem Alkoholgehalt ? 2. Weshalb wird das Ereignis blitzschnell in den Medien veröffentlicht ? 3. Weshalb greift der übliche [...] mehr...
Ich habe weder Mitgefühl mit dem burmesischen Zwergnashorn noch mit persischen Homosexuellen. Der Grund ist einfach. Ich werde tagtäglich mit einem Wust von Meldungen gefüttert, neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, ganz [...] mehr...
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