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06.04.2010
 

Der Papst und die Jugend

"Es gibt keine Generation Benedikt"

Papst Benedikt XVI.: "Viele verstehen ihn oft einfach nicht"Zur Großansicht
AFP

Papst Benedikt XVI.: "Viele verstehen ihn oft einfach nicht"

Der Papst nutzt Facebook und Twitter - doch trotzdem findet der Deutsche keinen Draht zu Jugendlichen. "Viele verstehen ihn einfach nicht", sagt Dirk Tänzler im SPIEGEL-ONLINE-Interview. Reformen werde es unter Benedikt XVI. nicht geben, so der Chef der Katholischen Jugend.

SPIEGEL ONLINE: Herr Tänzler, als Papst Benedikt gewählt wurde, gab es einen regelrechten Hype bei jungen Katholiken. Das zeigte sich vor allem auf dem Kölner Weltjugendtag 2005. Was ist davon geblieben?

Tänzler: Der Weltjugendtag war ein Event, aber einen Personenhype wie bei Johannes Paul II. gab es in dieser Form nie. Das ist aber auch klar. Denn Papst Benedikt ist ein völlig anderer, ein zurückhaltender Typ.

SPIEGEL ONLINE: Waren Sie auf dem Weltjugendtag und haben "Benedetto" gerufen?

Tänzler: Ja, ich war da. Aber ich bin da generell eher zurückhaltend.

SPIEGEL ONLINE: Was ist Ihr Fazit nach fünf Jahren Benedikt?

Tänzler: Ambivalent. Er hat gute Akzente gesetzt, die aber zum Teil ganz anders angekommen sind. Er ist eben ein Intellektueller und so kommt er auch bei jungen Menschen rüber. Deswegen verstehen viele ihn oft einfach nicht. Johannes Paul II. war da eher ein "Showmaster", der einfache Worte gefunden und mit jungen Menschen gefeiert hat. Benedikt ist eher Professor. Das ist eine Welt, die vielen jungen Menschen fremd ist.

SPIEGEL ONLINE: Und wo sehen Sie gute Akzente bei Benedikt?

Tänzler: Da sind seine Positionen zum Thema Gerechtigkeit, Klima und Schöpfung. Das finden viele junge Menschen wichtig. Er hat sich zum Beispiel beim Klimagipfel von Kopenhagen ganz stark eingebracht und gemeinsames Handeln angemahnt. Und er weist immer über sich und die Kirche hinaus auf das eigentlich Wichtige: Jesus Christus. Ein weiterer guter Akzent ist auch seine Sozialenzyklika, in der er über Gerechtigkeit in der heutigen Zeit schreibt und die Bedeutung der Liebe hervorhebt.

SPIEGEL ONLINE: Zuletzt war aber in der Kirche Missbrauch statt Liebe das Thema. Es gab zwar einen Hirtenbrief an die irischen Katholiken, zu den Vorwürfen in Deutschland hat der Papst sich aber nicht geäußert. Ärgert Sie das?

Tänzler: Es hätte gutgetan, wenn der Heilige Vater sich auch persönlich zur Situation in Deutschland geäußert hätte. Das hat er aber nicht getan und jetzt müssen wir nach vorne schauen.

SPIEGEL ONLINE: Ist es nicht das Problem der katholischen Basis, dass sie alles hinnehmen muss und nicht an den Papst rankommt?

Tänzler: Das ist nichts Neues und bei einer weltumspannenden und so großen Organisation auch kein Wunder. Dennoch haben wir natürlich nicht die Telefonnummer des Papstes. Wir diskutieren mit den Ortsbischöfen hier und haben vereinzelt auch Unterstützung von ihnen erfahren.

SPIEGEL ONLINE: Dringen denn Ihre Anliegen durch bis nach Rom?

Tänzler: Ich bin mir sicher, dass im Vatikan wahrgenommen wird, was wir hier in Deutschland diskutieren und auch, was der BDKJ denkt. Ich glaube, dass es dem Heiligen Vater genauso wie uns darum geht, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

SPIEGEL ONLINE: Auch im Fall des Holocaust-Leugners Richard Williamson hat es sehr lange gedauert, bis der Papst sich geäußert hat. Ist es denn zeitgemäß, dass der Pontifex im Zeitalter schneller Kommunikation erst nach Tagen oder Wochen reagiert?

Tänzler: Ich glaube, dass die Philosophie der Kirche eher abschließende als begleitende Worte des Heiligen Vaters vorsieht. Wir hatten uns in der Missbrauchsdebatte ein Wort des Beistandes gewünscht. Doch das ist etwas, was es im Denken des Vatikans nicht gibt. Gesellschaft funktioniert inzwischen anders. Es wäre gut, wenn sich da etwas tun würde.

SPIEGEL ONLINE: War der Fall Williamson Benedikts größter Fehler?

Tänzler: Das war schon ein großer Fehler, das hat er in seinem Brief an die Bischöfe ja auch geschrieben. Seine Absicht war eine andere, als das, was daraus wurde. Das war ein Management- und Vermittlungsfehler. Da braucht es wie in anderen Dingen immer wieder Übersetzer, die sagen: Was meint denn überhaupt der Papst? Da können und wollen wir uns anbieten.

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Die real existierende Kirche ist das corpus mysticum. Und um die Reinhaltung dieses Tempels geht es. mehr...

07.04.2010 von favela lynch: Bekenntnis

Aber bitte. Das apostolische Bekenntnis sagt, woran wir glauben. Vom Papst ist nicht die Rede. Dogmen erkennen wir als Wahrheiten an, die den Glauben bereiten oder vertiefen können. Die Ehrerbietung, die dem Papst [...] mehr...

06.04.2010 von caheid: Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

Ach so. Daraus koennt man aber so einige christliche Kirchen ableiten, das muss ja nun nicht die unfehlbare Katholische sein, denn von einem selbstbestimmten Vertreter Gottes steht da ja gleich schon gar nichts. Es sei denn [...] mehr...

06.04.2010 von Chris Jahn: .

Zum einen war Petrus gemeint und nicht etwaige Nachfolger, des weiteren wurde die betreffende Stelle Mt16,18 erst später hinzugefügt mehr...

06.04.2010 von oida_ouden_eidos: Oder noch einmal genauer lesen

Mt16,18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Mt16,19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was [...] mehr...

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Zur Person

BDKJ / Udo Geisler
Dirk Tänzler ist seit 2006 Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Dieser vereint als Dachverband 15 katholische Kinder- und Jugendverbände mit bundesweit rund 650.000 Mitgliedern. Tänzler wurde 1969 in Duisburg geboren und studierte Sozialpädagogik und Sozialwissenschaften. Im BDKJ-Bundesvorstand kümmert er sich unter anderem auch um die Kirchenpolitik.

Der Papst und die Piusbruderschaft

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Der Papst ist das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Staates Vatikanstadt . Als Völkerrechtssubjekt wird das Kirchenoberhaupt Heiliger Stuhl genannt. Zur Leitung und Verwaltung der Kirche sind dem Papst verschiedene kirchliche Behörden unterstellt, die zusammen die römische Kurie bilden.
Der Papst wird im Konklave , einer Versammlung von Kardinälen , auf Lebenszeit gewählt – als Stellvertreter Jesu Christi auf Erden.
Amtssitz des Papstes ist der Vatikan. Seit 1871 residiert er im Apostolischen Palast neben dem Petersdom .

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