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03.05.2010
 

Sieben-Euro-Versicherung

Wie sich Pariser Schwarzfahrer vor Strafen schützen

Pariser Métro: Gut vier Prozent der Nutzer fahren schwarzZur Großansicht
REUTERS

Pariser Métro: Gut vier Prozent der Nutzer fahren schwarz

Sie nutzen Busse und U-Bahnen in Paris, wollen dafür aber nicht zahlen: Um sich vor hohen Geldstrafen zu schützen, schließen sich notorische Schwarzfahrer in der französischen Hauptstadt zusammen. Die Absicherung kostet sieben Euro pro Monat - und ist auch Teil eines "politischen Kampfes".

Paris - Damit die Strafen fürs Schwarzfahren nicht so weh tun, schließen sich in Paris Nutzer der Verkehrsbetriebe inzwischen in einer Art Versicherung zusammen. "Wir zahlen alle sieben Euro pro Monat in eine Gemeinschaftskasse, aus der dann die Strafen der Mitglieder beglichen werden", sagte ein überzeugter Schwarzfahrer namens Frédéric der Tageszeitung "Le Parisien".

Dem Bericht zufolge sind die Schwarzfahrerverbindungen, zu denen sich jeweils mehrere Dutzend Nutzer der Verkehrsbetriebe zusammentun, vor allem bei jungen Leuten beliebt. Für die Pariser Verkehrsbetriebe handelt es sich allerdings noch um eine "Randerscheinung". Legal sind diese Versicherungen nicht, denn die Schwarzfahrer können wegen Anstiftung zum Betrug belangt werden.

Dabei geht es nicht nur um die Absicherung gegen Strafen. Die Risikoversicherungen seien auch Teil eines "politischen Kampfes" für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, sagte eine etwa dreißigjährige Frau der Zeitung. So wie die Schule und die medizinische Versorgung in Frankreich kostenlos seien, müssten auch die Busse und U-Bahnen "allen zugänglich sein", sagt ein junger Mann namens Christophe, der seit mehreren Jahren einer Schwarzfahrerversicherung angehört.

Ein Gewerkschaftsmitglied sagte, derartige "Praktiken" könnten dazu dienen, eine Diskussion anzustoßen - im Grunde schadeten sie aber dem öffentlichen Verkehrssystem. "Denn schlussendlich bedeutet Schwarzfahren weniger Busse, und wir haben jetzt schon zu wenig Kapazitäten." Laut dem städtischen Verkehrsunternehmen RATP und Gewerkschaften fahren in Paris gut vier Prozent der Nutzer in der Métro schwarz, dadurch entgehen den Verkehrsbetrieben rund 80 Millionen Euro Einnahmen im Jahr. Wer beim Schwarzfahren in Paris erwischt wird, muss 50 Euro zahlen.

wit/AFP/dpa

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insgesamt 48 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.05.2010 von Robert Rostock: nix verhökert!

http://de.wikipedia.org/wiki/RATP Die für den Pariser ÖPNV zuständige Gesellschaft RATP ist ein Staatsunternehmen, genau wie die allermeisten deutschen Nahverkehrsgesellschaften kommunale Betriebe sind. mehr...

04.05.2010 von Robert Rostock: Ach ne!

Genau. Und das Gehalt des Lokführers, des Stellwerkers, der (hoffentlich noch vorhandenen) Bahnsteigaufsicht kommt aus der Bundesdruckerei bzw. aus dem Geldautomaten. mehr...

04.05.2010 von mobileresident: .

Na ja, in Paris, worueber es hier geht, kostet die Monatskarte 56 Euro fuer unbegrenztes fahren. Diese Karte ist fuer Schueler umsonst,wenn die Eltern unter einem gewisseen Einkommen liegen. Rentner, Arbeitslose, und Studenten [...] mehr...

04.05.2010 von haddoc: Runter mit den Fahrpreisen!!

Fahrkarten sollten so günstig sein, dass sich auch Menschen mit weniger Geld eine Fahrkarte leisten können. Ich vermute, dass die meisten Schwarzfahrer eigentlich gern einen Fahrschein hätten. Schwarzfahrer aus Überzeugung kaufen [...] mehr...

03.05.2010 von harbinger: Vorteil?

Mir stellt sich in Bezug auf die Schwarzfahrversicherung eine prinzipielle Frage, nämlich worin ihr Sinn besteht! Allgemein ist eine Versicherung nur vorteilhaft, wenn der Schadensfall (d.h Fahrscheinkontrolle) relativ wenige [...] mehr...

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