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14.05.2010
 

Prügelvorwürfe gegen Walter Mixa

Schläge mit Faust, Stock und Gürtel

Ausgburger Bischof: Die Verfehlungen des Walter Mixa
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dpa

Die Details, die nun über den angeblichen Umgang Walter Mixas mit Heimkindern bekannt werden, sind erschütternd. Der Geistliche soll seine Schützlinge massiv verprügelt haben, wie Sonderermittler Sebastian Knott herausgefunden haben will. Das Bistum nimmt dazu bislang keine Stellung.

Augsburg/Ingolstadt - Der Bericht des von der Kirche eingesetzten Sonderermittlers Sebastian Knott offenbart, wie grausam Walter Mixa in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder behandelt haben soll. Bei vielen Gläubigen dürfte er für die entsetzte Frage sorgen, wie es der Geistliche so weit bringen konnte.

Das Bistum Augsburg teilte auf SPIEGEL-ONLINE-Anfrage mit, es habe den Abschlussbericht des Rechtsanwalts Knott zur Kenntnis genommen. Eine Stellungnahme gab es dazu jedoch nicht ab.

Mit einem Vokabular, das eher an Mittelalter und Inquisition erinnert, soll Mixa laut Knott die Kinder 1975 und 1996 bedroht haben. "Du landest im Fegefeuer", soll er demnach gesagt haben, "in dir ist der Satan", oder: "Ich werde dir schon die schmutzigen Gedanken austreiben." Die Nonnen des Heimes hätten sich auf den Stadtpfarrer als Zuchtmeister für die Kinder verlassen, sollen ihn aber beim Prügeln sogar angestachelt haben.

Von schlimmen Drohungen, von Schlägen mit der Faust, dem Stock und dem Gürtel schreibt der Rechtsanwalt. Die Aussagen ehemaliger Heimkinder seien glaubwürdig, versichert Knott. Strafrechtlich seien die Vorwürfe jedoch verjährt.

Walter Mixa: Bei Missbrauchsvorwürfen wolle er lügen

Der Bericht über die Gespräche mit den ehemaligen Heimkindern spart üble Einzelheiten nicht aus: "Herr Mixa zog ihm die Hose herunter und prügelte mit einem Stock auf den nackten Hintern. Nach fünf bis sechs Schlägen begann der Betroffene zu weinen. Danach brach der Stecken ab und Herr Mixa lockerte seinen Hosengürtel und schlug noch weitere fünf- bis sechsmal auf seinen Hintern." Der Mann, der 1982 als 15-Jähriger zu Mixa gerufen worden sei, sei später zum Alkoholiker geworden, so Knott.

Einem Mädchen habe der Ex-Bischof laut dem Bericht gesagt: "Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren." Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe und sei nicht in der Lage, Beziehungen zu führen.

Mixa hatte zunächst geleugnet, jemals Heimkinder geprügelt zu haben. Erst später räumte er ein, die ein oder andere Ohrfeige verpasst zu haben.

Dazu passt ein kleines Detail, das Knott nicht verschweigt: Er habe eine E-Mail eines Priesters erhalten, der vor einigen Jahren engen Kontakt zu Mixa hatte. Im Zuge der Wiener Groer-Affäre soll Mixa gesagt haben: Wenn ihm so etwas passieren sollte - er würde lügen. 1995 hatte ein ehemaliger Schüler Groers schwere Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Erzbischof von Wien erhoben. Groer reichte ein Rücktrittsgesuch ein.

Missbrauchsvorwurf gegen Mixa entkräftet

Während Knott die Vorwürfe schlimmster körperlicher und psychischer Misshandlungen gegen Mixa als glaubhaft schilderte, entlastete die Staatsanwaltschaft Ingolstadt fast zeitgleich den Ex-Bischof vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Die Vorermittlungen wurden am Freitag eingestellt.

Mixa hatte sein Rücktrittsgesuch längst beim Vatikan eingereicht und sich in ein Schweizer Sanatorium zurückgezogen. Ungewöhnlich schnell entsprach der Vatikan inzwischen seiner Bitte.

ada/dpa/AFP

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