Hamburg - Die erzkonservative Piusbruderschaft nutzt die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, um ihre ablehnende Haltung zur Homosexualität zu untermauern.
Die Betroffenen seien "nahezu ausschließlich Jungen im geschlechtsreifen Alter" gewesen, sagte der Generalobere der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, dem SPIEGEL. Das zeige deutlich, dass nicht der vieldiskutierte Zölibat das Problem der Kirche sei, sondern die Homosexualität.
"Will man Missbrauch verhindern, muss man Homosexuelle vom Priestertum fernhalten", fordert Fellay.
Die umstrittene Bruderschaft, die durch den Holocaust-Leugner Richard Williamson weltweit für Schlagzeilen sorgte und derzeit mit dem Vatikan über die vollständige Anerkennung verhandelt, distanziert sich zudem mit scharfen Worten vom Ökumenischen Kirchentag, der vergangene Woche in München stattfand. Dieser sei eine "Anti-Ratzinger-Veranstaltung" gewesen und zeige, dass das "geistige Fundament der deutschen Amtskirche" nicht mehr trage.
"Sich dem Mainstream anzubiedern mag kurzfristig Applaus bringen", so Fellay, zerstöre aber die Botschaft des Evangeliums.
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