Warschau/Stockholm - Er ist bereits mehrfach mit dem Diebstahl des Schriftzuges "Arbeit macht frei" aus der NS-Gedenkstätte Auschwitz in Verbindung gebracht worden. Nun scheint es neue Belege für eine Verwicklung des schwedischen Millionärs Lars-Göran Wahlström zu geben. Wahlström habe die historische Tafel bei seinem Freund Anders Högström bestellt, berichtete die polnische Tageszeitung "Rzeczpospolita". Das konservative Blatt berief sich auf Vernehmungsprotokolle von Högström, der in Polen in Untersuchungshaft sitzt.
Wie die Zeitung weiter schreibt, sei Wahlström eine bekannte Gestalt der schwedischen Neonazi-Bewegung. Die Staatsanwaltschaft in Krakau hat den Zeitungsbericht nicht bestätigt. Wahlström hatte im Januar in der Stockholmer Zeitung "Expressen" erklärt, er habe mit dem Diebstahl des Auschwitz-Schildes nichts zu tun. Derartige Behauptungen seien "freie Phantasie" von Högström, der damit Geld verdienen wolle.
Högström, 35, war im Februar in Schweden festgenommen und zwei Monate später an Polen ausgeliefert worden. Ihm wurde vorgeworfen, fünf Polen mit dem Einbruch beauftragt zu haben.
Das Schild mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" war in der Nacht zum 18. Dezember vom Eingangstor des früheren NS-Lagers gestohlen und nach wenigen Tagen beschädigt wiedergefunden worden. Zwei der fünf kurz danach festgenommenen polnischen Männer gaben den 35-jährigen Schweden als Auftraggeber an. Drei Diebe wurden inzwischen zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren verurteilt.
Die deutschen Nationalsozialisten hatten 1940 das KZ Auschwitz und zwei Jahre später das Vernichtungslager Birkenau im besetzten Polen errichtet. Dort wurden bis zum Kriegsende mehr als 1,1 Million Menschen umgebracht. Die meisten Opfer waren Juden.
han/dpa
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