Ein Tier hält New York City zurzeit in seinem Griff - allerdings ist es kein imposanter Gorilla, sondern ein Insekt, das kaum einen Zentimeter misst: die Bettwanze. In Manhatten mussten seit Ende Juni mehrere Modegeschäfte wegen Parasitenbefalls schließen. Erst erwischte es die Modekette Hollister, dann musste eine Filiale der Tochtermarke "Abercrombie & Fitch" Medienberichten zufolge für fünf Tage schließen, um die Plage in den Griff zu bekommen. Diesen Mittwoch bewiesen die Bettwanzen nun besonders exklusiven Geschmack: Sie marschierten in der Boutique des Luxusunterwäsche-Labels "Victoria's Secret" auf der Lexington Avenue ein und sorgten für Chaos zwischen Spitzen-BHs und G-Strings. Der Laden wurde vorübergehend geschlossen und alle Artikel aus den betroffenen Auslagen zerstört.
Tatsächlich stöhnen die New Yorker schon länger über die Invasion der kleinen Blutsauger in ihre Apartments. Während die Gesundheitsbehörde der US-Metropole 2004 noch 537 Beschwerden wegen Bettwanzen registrierte, stieg die Zahl 2009 sprunghaft auf fast 11.000 an. In den New Yorker Medien ist seitdem die Rede von einem "bedbugfest".
Als Ursache für die Parasitenplage wird nicht so sehr fehlende Hygiene als eine Resistenz gegen bestimmte Pestizide, die die Tiere mit der Zeit entwickelt haben sollen, vermutet. Trotzdem gelten Bettwanzen nach wie vor als eine "Arme-Leute-Plage", wie das Stadtmagazin "New York Magazine" in einem süffisanten Artikel über ein befallenes Edel-Apartment in der Upper East Side berichtet. Zumindest beim Shopping lassen sich die New Yorker von den Blutsaugern aber nicht stören: Kurz nach der Schließung ihrer Filiale in South Street Seaport konnte die Modekette "Abercrombie & Fitch" schon wieder Rekordschlangen von Kaufwilligen verzeichnen.
hpi
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