Duisburg - Von Rücktrittsforderungen lässt sich Adolf Sauerland offenbar nicht erschüttern: Der Duisburger Oberbürgermeister kämpft weiter gegen die heftigen Vorwürfe nach der Katastrophe bei der Love Parade und besteht darauf, keine Genehmigung für die Techno-Party unterschrieben zu haben: "Das ist gar nicht der Job des Oberbürgermeisters, Genehmigungen zu unterschreiben", sagte er der "Bild"-Zeitung.
Der CDU-Politiker sieht keine Mitschuld an dem Unglück: "Persönliche Verantwortung kann es nur geben, wenn es ungerechtfertigte Eingriffe in den Prozess gegeben hätte. Diese gab es aber nicht", sagte Sauerland den Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe. Die Verwaltung habe dem Sicherheits- und Veranstaltungskonzept zugestimmt. "Jetzt gilt es zu klären, ob die Verwaltung Fehler gemacht hat, oder ob sie falsch informiert wurde." Er klebe nicht an seinem Stuhl, sondern wolle helfen, die Katastrophe aufzuklären.
Die Angehörigen der Love-Parade-Opfer bat Sauerland für Fehlinformationen am Unglückstag um Entschuldigung. Er bezog sich damit auf die Information, wonach Opfer bei der Flucht vor der Massenpanik zu Tode stürzten. "Diese Aussage war definitiv falsch, und ich entschuldige mich für diese Aussage bei allen, vor allem bei den Angehörigen der Opfer", sagte Sauerland der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Diese Meldung hätten Ärzte dem Krisenstab gegeben.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) legte Sauerland indirekt den Rücktritt nahe. "Der Duisburger Oberbürgermeister und die Verantwortlichen in der Stadtspitze werden sich letztendlich der politischen Verantwortung stellen müssen", sagte Kraft der "Rheinischen Post".
Kraft sagte, künftig müssten die Städte, die wenig Erfahrung mit sehr großen Veranstaltungen hätten, intensive Beratung und Unterstützung in Sicherheitsfragen erhalten. Um bundeseinheitliche Regeln zu gewährleisten, werde die Landesregierung von NRW ein neues Sicherheitskonzept in die Innenministerkonferenz einbringen.
In der Nacht zum Mittwoch hatte sich die Zahl der Toten auf 21 erhöht. Eine 25-Jährige aus Heiligenhaus bei Essen starb im Krankenhaus. Damit kamen bisher 13 Frauen und acht Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren ums Leben. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt.
Bei den gegenseitigen Schuldzuweisungen legte auch der Duisburger Baudezernent Jürgen Dressler nach. Ähnlich wie zuvor bereits Schaller machte er die Polizei für das Desaster verantwortlich. "Der Tunnelbereich gehörte zum öffentlichen Raum außerhalb des Veranstaltungsgeländes. Für die Sicherheit im öffentlichen Raum ist die Polizei zuständig", sagte Dressler der "Rheinischen Post". Dresslers Behörde war für die Genehmigung der Love Parade in Duisburg zuständig.
hen/dpa/apn/Reuters
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Ich schätze mal der OB, versucht dann auf Verhandlungsbasis rauszukommen. Sozusagen "Wenn du mich vorm 1 Okt loswerden willst Fr Kraft, dann zahl ne leckere Abfindung, die mir den Verlust meiner Megarente schmackhaft [...] mehr...
Zugegeben, einige Postings gegen Herrn Sauerland gehen weit unter die Gürtellinie und entbehren jeglichen Niveau. Aber Sie sollten aufhören zu behaupten, das die Duisburger geschlossen hinter Herrn Sauerland stünden. Denn das [...] mehr...
Dann ist das eben so. Wuerden Sie anders entscheiden an seiner Stelle? Zumal noch nicht einmal Sie selbst wuessten, ob sie eine und welche Schuld trifft? mehr...
Ich sehe da bisher überhaupt niemand im Knast landen. Für fahrlässige Tötung gibt es maximal 5 Jahre. Es haben viele Leute mehr oder minder große Fehler gemacht. Da wird gegen keinen Einzelnen die Maximalstrafe ausgesprochen. [...] mehr...
Haben Sie die leisen kritischen Töne aus der CDU (u.a. Frau Merkel und Herr Bosbach), die fast gleich lauten wie die Äußerungen von Frau Kraft, nicht bemerkt? Ihr Beitrag mit gewundenen Formulierungen wie "allenfalls eine [...] mehr...
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