Kairo - Die ägyptische Polizei hat nach der tödlichen Beschneidung eines Mädchens eine Ärztin festgenommen. Die 13-Jährige war von ihren Eltern heimlich bestattet worden. Die Kairoer Tageszeitung "Al-Shurouq" berichtete am Freitag, eine andere Ärztin habe den Fall dem Familienministerium gemeldet, das daraufhin Anzeige erstattete.
Genitalverstümmelung bei Mädchen ist in Ägypten seit zwei Jahren offiziell verboten, wird aber immer noch praktiziert. An die Öffentlichkeit dringt das Leid der Mädchen nur dann, wenn die Beschneidung tödlich endet. Die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen ist in mehreren afrikanischen und einigen asiatischen Ländern verbreitet.
In einigen Gesellschaften gelten unbeschnittene Frauen als "unrein", was ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt schmälert. Mehrere islamische Religionsgelehrte hatten in den vergangenen Jahren Rechtsgutachten veröffentlicht, in denen sie feststellten, dass es für diese Praxis keine religiöse Grundlage gibt.
wit/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
| alles zum Thema Genitalverstümmelung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH