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Deutsche Anti-IS-Kämpferin: 2000 Menschen erweisen Ivana Hoffmann die letzte Ehre

Der Tod von Ivana Hoffmann hat in Duisburg große Bestürzung hervorgerufen. Am Tag der Beerdigung versammelten sich rund 2000 Bürger zu einem Trauermarsch.

Rund 2000 Menschen haben in Duisburg am Trauermarsch für Ivana Hoffmann teilgenommen, die in Syrien im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gestorben war. Der Trauerzug sei am Samstag friedlich durch die Stadt zum Friedhof gezogen. Dort sei die junge Frau beigesetzt worden, teilte die Polizei mit.

Die 19-Jährige war vor einer Woche bei Gefechten ihrer kurdischen Freischärler-Einheit mit dem IS in der Provinz Hassaka in Nordostsyrien erschossen worden. Dort hatte der IS zuletzt mehrere Öl- und Gasfelder erobert.

Hoffmann ist die erste Deutsche, die im Kampf gegen den IS ums Leben gekommen ist. Nach ersten Erkenntnissen trafen sie zwei Kugeln, von denen eine tödlich war. Die Leiche der Frau wurde über die Türkei nach Deutschland gebracht. Auf Seiten der kurdischen Volksbefreiungseinheiten kämpfen in Syrien etwa 7000 Frauen, was einem Anteil von rund 35 Prozent entspricht.

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Anti-IS-Kämpferin: Ehrengeleit für Ivana Hoffmann

Derweil prüft die Bundesanwaltschaft, ob sie gegen die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP), für die Hoffmann in Syrien gekämpft hat, strafrechtlich vorgehen muss. Denkbar wäre ein Verfahren gegen Anhänger der Organisation wegen Mitgliedschaft oder Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Nach Informationen des SPIEGEL hat sich die Zahl der Kämpfer aus Deutschland, die aufseiten der Kurden gegen den IS vorgehen, weiter erhöht. Inzwischen sollen rund 80 Personen ins Kriegsgebiet ausgereist sein, im vergangenen Herbst waren es noch 50.

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mik/dpa

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1. Ich dachte
Moruk 14.03.2015
Es gilt zu verhindern, dass Deutsche nach Syrien Reisen um andere Menschen zu töten. Oder gilt diese Bemühung nur für Islamisten.
2. Es macht mich immer
Montanabear 14.03.2015
traurig, wenn ich "letzte Ehre" hoere oder lese. Was wäre gewesen, wenn diese 2000 Menschen Ivana vor ihrer Reise in den Nahen Osten Ehre erwiesen hätten ? Vielleicht wäre sie zu Hause geblieben. Oder vielleicht auch nicht, denn ihr Patriotismus muss sehr stark gewesen sein. Trotzdem, es stimmt mich immer traurig, denn die "letzte Ehre" ist zu spät.
3. Diesen Artikel verstehe ich nicht
93160 14.03.2015
Gegen was will die Bundesanwaltschaft nun vorgehen?Gegen MLKP oder doch gegen IS. Was waere denn Deutschland angenehm? Vielleicht doch IS?
4. Es wäre nicht schlecht.
merkur08 14.03.2015
wenn die 2000 Trauergäste sich bewaffnen und selbst nach Syrien oder in den Irak gegen den IS vorgehen würden. Hier ein Zeichen zu setzen ist Heuchelei ähnlich wie bei Charlie Hepdo, wo die Meinung herrscht, dass sie selbst schuld seien. Also, entweder selbst aktiv werden, meinetwegen in Deutschland, aber bitte kein verlogenes Zeichen setzen. Das interessiert eh keinen.
5.
Das Pferd 14.03.2015
Zitat von Montanabeartraurig, wenn ich "letzte Ehre" hoere oder lese. Was wäre gewesen, wenn diese 2000 Menschen Ivana vor ihrer Reise in den Nahen Osten Ehre erwiesen hätten ? Vielleicht wäre sie zu Hause geblieben. Oder vielleicht auch nicht, denn ihr Patriotismus muss sehr stark gewesen sein. Trotzdem, es stimmt mich immer traurig, denn die "letzte Ehre" ist zu spät.
Wieso Patriotismus? Sie war kein Kurdin. es gilt der alte Satz: Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz. Meine Achtung hat sie, auch wenn ich altersbedingt schlichten Heilslehren sehr fern stehe.
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