Mordermittlungen in Südafrika Bis zu 23 Tote bei Beschneidungen

Nach zeremoniellen Beschneidungen in Südafrika sind in den vergangenen neun Tagen bis zu 23 Jugendliche ums Leben gekommen. Woran die Jungen gestorben sind, ist noch unklar - denkbar sind Infektionen und zu hoher Blutverlust.


Johannesburg - In Südafrika sind Polizeiangaben zufolge in den vergangenen neun Tagen bis zu 23 Jugendliche bei Initiationsriten ums Leben gekommen. Bei diesen Männlichkeitsritualen werden Beschneidungen durchgeführt, aber auch Überlebensprüfungen.

Im Zusammenhang mit den Todesfällen in der nordöstlichen Provinz Mpumalanga hat die Polizei Mordermittlungen eingeleitet. Insgesamt gehe es um 22 Fälle, teilte Behördensprecher Leonard Hlathi mit. Der Tod eines weiteren Jugendlichen werde noch untersucht.

Initiationsriten, bei denen Jugendliche diverse Prüfungen zur Aufnahme in die Erwachsenenwelt ablegen müssen, sind in Südafrika weit verbreitet. Üblicherweise dauern sie drei Wochen. Etwa 30.000 junge Menschen meldeten sich in diesem Jahr für die Zeremonien an.

Neben der Beschneidung müssen die Jungen Kräutergebräu verschiedener Art zu sich nehmen und Mutproben bestehen. Manchmal geht es etwa darum, in dünner Kleidung der winterlichen Witterung zu trotzen. Die Gesichter der Jugendlichen werden mit rotem Ton bemalt.

Dem Polizeisprecher zufolge ereigneten sich alle Todesfälle an staatlich registrierten Initiationsstätten. Dort sei üblicherweise auch medizinisches Personal anwesend. Woran die Jugendlichen gestorben sind, wird noch untersucht. In der Vergangenheit kam es allerdings zu Todesfällen in Verbindung mit Infektionen und zu hohem Blutverlust nach der Beschneidung.

rls/AP



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