Ostsee-Autobahn Loch auf A20 jetzt doppelt so groß wie vorher

Experten hatten es erwartet: Ende September war ein Fahrbahnabschnitt auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern abgesackt, jetzt hat sich die Situation verschlimmert.

DPA

Das Loch auf der Autobahn 20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern wird immer größer. Es habe sich von 40 auf rund 95 Meter Länge erweitert, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin auf Anfrage mit.

Das weitere Absacken war von den Experten des Landesamts für Straßenbau im Herbst vergangenen Jahres auch so erwartet worden. Sie konnten aber damals nicht sagen, wann dies passieren wird.

Die Fahrbahn war Ende September mehrere Meter tief abgesackt. Wenige Wochen später wurde notgedrungen die gesamte Autobahn beidseitig gesperrt. Der Verkehr wird seither an der Stelle umgeleitet. Der Grund für das Desaster ist ein Torfvorkommen unter der Autobahn.

Was genau im Boden geschehen ist, ist weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen.

Am Mittwoch begannen die Vorbereitungen für den Bau einer Umleitungsstrecke, der ab Herbst erfolgen soll. Die Kosten werden auf 15 Millionen Euro geschätzt, berichtet der NDR.

Fotostrecke

43  Bilder
Spektakuläre Erdlöcher: Und plötzlich sackt der Boden ab

Inzwischen steht der Zeitplan für die europäische Ausschreibung von Planungsleistungen für die Reparatur der Autobahn. Wie eine Ministeriumssprecherin sagte, können sich Planungsfirmen bis zum 22. Februar bewerben. Es folgen sechs Wochen, in denen die Bewerbungen ausgewertet werden. Anschließend würden drei Büros ausgewählt, die innerhalb von 30 Tagen ein detailliertes Angebot abgeben sollen.

Die Auswertung bis hin zum Zuschlag werde sechs Wochen dauern, hieß es. Wenn keiner der unterlegenen Bieter klage, könne der Zuschlag voraussichtlich im Juni erteilt werden. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) war jüngst von einer vollständigen Wiederherstellung der Autobahn bis zum Jahr 2021 ausgegangen.

Über die A20 rollt ein Großteil des Verkehrs in die Urlaubsgebiete an der Ostsee. Das Loch auf der Autobahn bereitet den Tourismusmanagern im Osten Mecklenburg-Vorpommerns Sorgen. Sie befürchten, dass sich Gäste von einem Besuch der Ostsee-Inseln Usedom oder Rügen abhalten lassen, wenn größere Staus an der Ausleitung entstehen sollten.

max/dpa



insgesamt 88 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
maximillian64 08.02.2018
1. Auf Sand gebaut
In der Zeit seit dem Baubegin der A20 wurden in China 60000 km Autobahnen verlegt. Das Land braucht die Infrastruktur und wir in Deutschland regen uns über ein paar Meter abgesackter (nicht abgesagt!) Autobahn auf. (Vergleich bein uns ca. 13.000 km in 90 Jahren) Das erinnert mich an das Märchen von der Klugen Else. Alle schauen auf den Eisepickel an der Decke der einestages runterfaellt und ein Kind erschlagen kann aber keiner geht hin und holt ihn runter.... Einfach weniger aufregen und schneller reparieren ...
dr. kaos 08.02.2018
2. Deutsch?
... sollte ein Redakteur auch können. Die Fahrbahn ist ABGESACKT, nicht abgesagt.
Baustellenliebhaber 08.02.2018
3.
Der Autobahn beim bröckeln zusehn ist ja ganz nett, wie wäre es mal mit reparieren ?
rkinfo 08.02.2018
4. Die Chinesen hätte die Straße schon geflickt ;-)
Unsere Vergabeverfahren macht sich hier mal wieder als teurer Amtsschimmel bemerkbar. Dazu kommt, dass Baufirmen eh kaum freie Kapazitäten haben. Gesamtwirtschaftlich betrachtet übersteigen die Kosten für die ganzen Verzögerungen bis zum Auftrag bei weitem das Einsparpotential bei Auswahl des 'günstigsten Anbieters'.
hornochse 08.02.2018
5. Wieso
Wird bei derartigen Projekten in diesem Land eigentlich fast immer gefuscht? Entweder es wird sich verkalkuliert oder nicht richtig konstruiert, oder aber beides zusammen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.