Pannen-Autobahn A20 soll Behelfsbrücke bekommen

Die Ostseeautobahn A20 ist auf einer Länge von rund hundert Metern eingebrochen. Mit einer Behelfsbrücke soll sie nun wieder einspurig befahrbar werden.

Die A20 bei Tribsees (Archiv)
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Die A20 bei Tribsees (Archiv)


Die abgesackte Ostseeautobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern soll mit einer Behelfsbrücke überspannt werden. Dadurch könnte sie von Ende Sommer an wieder einspurig in beide Richtungen befahrbar sein.

Die geplante Behelfsbrücke aus Stahl soll 800 Meter lang sein, kündigte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) in Schwerin an. Die Ausschreibung für 711 Meter Brückenteile laufe bereits. Weitere knapp 100 Meter könne der Bund zur Verfügung stellen.

Die A20 ist auf etwa 100 Meter Länge mehrere Meter tief eingebrochen. Derzeit wird der Verkehr auf der Ost-West-Verbindung zwischen dem polnischen Stettin (Szczecin) und Rostock bei Tribsees durch Dörfer der Umgebung umgeleitet.

Lesen Sie hier die Reportage: Leben am Abgrund.

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Mecklenburg-Vorpommern: Autobahnverkehr im Dorf

Die Stahlteile für die Behelfsbrücke sollen auf Betonpfeilern ruhen, die 20 bis 25 Meter tief in den Untergrund getrieben werden. Diese könnten laut Pegel dann für die dauerhafte Reparatur der A20 an der Stelle wiederverwendet werden.

A 20 im Video: Ein riesiges Loch in der Autobahn

brt/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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bafibo 27.02.2018
1. Einspurig!
Die einspurige Ausführung der Brücke dürfte die Strecke nur minimal entlasten, da die Fahrzeuge sich nach wie vor auf dieser einen Spur auffädeln und damit einen erheblichen Rückstau erzeugen werden (der Schaden macht sich seit Wochen in den Staumeldungen des DLF bemerkbar). Entlastet werden nur die Dörfer, durch die der Verkehr jetzt läuft. Zudem dürfte der Weg über die Behelfsbrücke etwas kürzer sein als der Weg über die Landstraße. Der eigentliche Skandal ist aber doch, daß man diese Behelfsbrücke bis Herbst auf die Beine stellen kann - offenbar ganz ohne Planfeststellungsverfahren. Zudem dürfen sogar die Träger für die endgültige Brücke weiterverwendet werden. Da fragt man sich doch, wofür so ein(e) Planfeststellungsverfahren/Baugenehmigung überhaupt gut ist, wenn man wesentliche Teile eines Bauwerks auch so in den Boden bringen kann. Übrigens: Spätestens wenn die Dauerbrücke fertig ist, wahrscheinlich früher, wird man auch die Landstraße sanieren müssen, da sie auf die Last von so vielen schweren Lkw nicht ausgelegt ist ...
bötzow33 27.02.2018
2. Deutsche Ingenieurskunst der Nachwendezeit ?
Die Professoren der Fakultät Verkehrsbauwesen - Autobahnbau - der nach der Wende durch Betreiben westdeutscher Universitäten geschlossenen Hochschule für Verkehrswesen "Friedrich List" in Dresden, genannt seien zuvorderst die Professoren Wiehler und Bobe, würden sich angesichts dieses verheerenden Dilettantismus im Grabe umdrehen. Seien Sie sich darin versichert! Flughafen Berlin International und die Bahnmagistrale Karlsruhe - Basel (Rastatt) lassen freundlich grüssen !
birdie 27.02.2018
3. Jetzt kommen Fragen auf, um zu verstehen, was warum ...
so jämmerlich schief gelaufen ist. Dazu gehören: 1. welches Lastenheft mit welchen spezifischen Angaben zum Baugrund lag der Ausschreibung zugrunde, 2. welches spezifizierte Lastenheft lag dem Auftrag zugrunde und wurden die schwierigen Baugrundverhältnisse offen beschrieben, 3. welche Garantien haben die Auftraggeber für eine einwandfreie Auftragserfüllung abgegeben, 3. welche Regressvereinbarungen wurden für den Fall einer fehlerhaften Auftragserledigung festgeschrieben? --- Erst wenn diese Basisfragen hinreichend geklärt sind, können die Fragen der Verantwortungsträger und der Pflichten zum Schadenersatz geklärt werden.
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