Verkehrsunfall auf der A3 Geldstrafen für 20 Gaffer

Erneut haben Gaffer bei einem Unfall die Rettungskräfte behindert. Die Polizei verhängte gegen 20 Personen Geldstrafen - sie hatten die Unfallstelle gefilmt und Fotos gemacht.

Rettungsfahrzeuge nach einem Unfall auf der Autobahn (Archivbild)
DPA

Rettungsfahrzeuge nach einem Unfall auf der Autobahn (Archivbild)


Die Polizei hat 20 Gaffer verwarnt und zur Kasse gebeten, weil sie bei einem Unfall die Rettungskräfte behindert haben. Die Menschen filmten die Unfallstelle mit ihren Handys und machten Fotos. Daraufhin mussten sie jeweils 60 Euro zahlen, wie die Polizei mitteilte.

Da die Gaffer am Freitagmorgen ihr Handy am Steuer nutzten, bekamen sie zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Bei dem Unfall auf der A3 zwischen den Autobahnkreuzen Nürnberg und Altdorf war ein Wohnmobil auf einen Lastwagen aufgefahren. Dabei wurde ein Mensch leicht verletzt.

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder vor, dass Autofahrer im Stau die Rettungsgasse nicht frei hielten und beim Vorbeifahren an der Unfallstelle Videos machten. Besonders nach dem Busunglück in Nordbayern, bei dem 18 Menschen starben, wurden Gaffer heftig kritisiert. (Lesen Sie hier, wie Sie richtig eine Rettungsgasse bilden.)

"Es ist in der Tat unverantwortlich und beschämend, wenn auf der Gegenfahrbahn die Geschwindigkeit drastisch vermindert wird, um zu sehen, was passiert ist", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem Busunfall im ARD-"Brennpunkt".

Seit Ende Mai gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern, die Hilfe leisten oder leisten wollen. Darauf steht nun Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft.

hej/dpa

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insgesamt 88 Beiträge
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demiurg666 22.07.2017
1. Überschrift
60€und ein Punkt.... Da ist dem deutschen Staat das Leben von Verletzten wirklich wichtig!
Airkraft 22.07.2017
2. Es geht voran!
Es geht voran! Zwar nur gaaanz langsam, aber immerhin und die Richtung stimmt auch :-)
tommix68 22.07.2017
3. Lächerliche Strafe.
4 Wochen Führerscheinentzug wäre sinnvoller.
Kritikfreak 22.07.2017
4. Bußgeld, keine Geldstrafen
Die Polizei kann keine Geldstrafen verhängen, nur Bußgelder für eine Ordnungswidrigkeit. Für Strafen (auch für Geldstrafen) sind die Gerichte zuständig. Bei den 60 Euro für die 20 Gaffer handelt es sich also nicht um eine Anwendung der zitierten neuen Gesetzeslage.
danubius 22.07.2017
5. Rettungsgasse und Gaffertum
Das Strafmaß für derartige Verstöße ist viel zu gering - 20 .- € als "Lerneffekt" sind lachhaft und für, z.B. keine Rettungsgasse bilden, viel zu wenig. Hier bin ich für knallharte Strafen - es hängen schliesslich Menschenleben davon ab. Irgendwann - und man sollte es niemanden wünschen - u.U. auch das eigene. Ich - als langjähriger Vielfahrer - plädiere hier für ein deutliches Strafmaß um die 1000.- € plus zwei Punkte in Flensburg - alternativ, wie berichtet, ein Jahr Haft. Ähnliches bei Gaffertum: auch hier sind die derzeitigen Strafen ein Witz und erzielen keinerlei Änderung im Verhalten bzw. Einsicht bei solchen Verkehrsteilnehmern. Angemessen wären hier Strafen wg. Behinderung ab 500. -€ plus einen Punkt in Flensburg. Kommen Handyfotos mit hinzu, würde ich diese Strafe noch wesentlich erhöhen. Klingt hart und gnadenlos, jedoch lernen leider viele Autofahrer aus solchen Verkehrssituationen nur dann, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht.
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