Unfall auf der A3 in Hessen Lkw rammt Fernbus - mehrere Tote

Einen Tag nach dem schweren Unfall auf der A5 hat ein Lkw erneut Fahrzeuge auf einer Autobahn zusammengeschoben. Bei der Kollision mit einem Bus kamen zwei Menschen um - ein dritter starb bei einem Unfall am Stauende.

Unfallstelle
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Bei einem Auffahrunfall mit einem Fernbus und mehreren Lastwagen sind auf der Autobahn 3 bei Limburg mindestens zwei Menschen getötet worden. Der 47-jährige Busfahrer sowie ein 32-jähriger Lkw-Fahrer kamen bei dem Unglück in Hessen ums Leben. Der 32-jährige Fahrer in dem Laster, der den Unfall verursachte, wurde schwerverletzt mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Ein dritter Mensch starb Stunden nach dem Unfall - der Autofahrer prallte mit seinem Wagen zwischen Niedernhausen und Idstein ins Stauende. Die Passagiere des Busses hätten sich zuvor bereits retten können, teilte die Polizei mit. Mehr als zehn von ihnen wurden zum Teil jedoch schwer verletzt.

Zwischen Bad Camberg und Limburg-Süd auf der Autobahn in Fahrtrichtung Köln fuhr der 40-Tonner laut Polizei an einem Stauende auf den Bus auf. Der Reisebus wurde demnach gegen einen weiteren Lastwagen geschoben, der wiederum auf einen dritten Laster stieß.

Erst am Montag hatte ein Lkw auf der Autobahn 5 im nördlichen Baden-Württemberg mehrere Autos zusammengeschoben. Bei dem Unfall starben vier Menschen, drei davon gehörten zu einer Familie aus Nordrhein-Westfalen. Die Eltern im Alter von 51 und 46 Jahren sowie eine 13 Jahre alte Tochter kamen ums Leben. Eine zweite Tochter im Alter von 15 Jahren überlebte schwer verletzt. Zudem starb der 60 Jahre alte Fahrer des anderen Autos.

Bei dem Unfall auf der A3 sperrte die Polizei die Fahrbahn in Richtung Köln. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Der Reisebus war im Auftrag des Fernbusanbieters Flixbus in Richtung Köln unterwegs. Dies teilte das Unternehmen in München mit. An Bord waren nach ersten Erkenntnissen 15 Menschen, darunter der Fahrer.

Zur Vermeidung von schweren Auffahrunfällen mit Lasten fordert der Automobilclub von Deutschland (AvD) mehr Kontrollen. Lkw-Fahrer stünden wegen ihres eng getakteten Zeitplans unter Druck, sagte AvD-Sprecher Herbert Engelmohr.

Ein Fortschritt könnten automatische Notbremsassistenten für Lkws sein, die aber bislang nur für Neufahrzeuge vorgeschrieben sind. Außerdem müsse das Abschalten der Systeme ausgeschlossen werden. Der AvD fordert zudem, dass mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden sollten.

Nach dem Unfall auf der A5 hatte sich die Polizei außerdem empört über Schaulustige geäußert. "Wie man auf der Gegenfahrbahn effekthascherisch Aufnahmen eines schweren Unfalls machen kann, ist für uns schlicht unverständlich und pietätlos", sagte Polizeisprecher David Faulhaber.

"Beim gestrigen Unfall war die Feuerwehr - zusätzlich zur schwierigen Bergung - erheblich damit beschäftigt, Sichtschutz aufzubauen", sagte er. Dennoch ereignete sich auf der Gegenfahrbahn bei St. Leon-Rot ein weiterer schwerer Auffahrunfall mit sieben Autos. Drei Menschen wurden bei diesem Gafferunfall verletzt.

apr/dpa/AFP



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