A5 bei Bad Hersfeld Geisterfahrer kracht in Auto - keine Rettungsgasse

Auf der A5 ist ein 79-jähriger Geisterfahrer mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert. Beide Fahrer wurden schwer verletzt - doch im Stau wurde weder Erste Hilfe geleistet noch eine Rettungsgasse gebildet.

Kollision auf der A5
Philipp Weitzel

Kollision auf der A5


Ein 79 Jahre alter Geisterfahrer ist auf der Autobahn 5 bei Bad Hersfeld mit seinem Wagen frontal in ein entgegenkommendes Auto gefahren. Beide Fahrer wurden bei dem Zusammenprall schwer verletzt.

Weil die Verkehrsteilnehmer im Stau keine Rettungsgasse bildeten, mussten die Verletzten länger als nötig auf Hilfe warten, wie ein Polizeisprecher in Fulda sagte.

Mit Martinshorn und Blaulicht kämpften sich die Retter teilweise im Schneckentempo zur Unfallstelle vor. "Es war wirklich belastend für die Unfallopfer, sie warteten eingeklemmt auf Hilfe", sagte ein Polizeisprecher am Unfallort. Zudem hätten gleich mehrere andere Fahrer keine Erste Hilfe geleistet. Viel zu spät konnten die Verletzten aus ihren demolierten Autos befreit werden.

Erst am Montag hatten rund 80 Schaulustige nach mehreren Lkw-Auffahrunfällen mit einem Schwerverletzen auf der Autobahn 6 nahe Nürnberg die Arbeit der Rettungskräfte behindert. Ein Polizeisprecher sprach von "katastrophalen Zuständen". Die Gaffer hätten teils direkt im Unfallbereich versucht, Foto- und Filmaufnahmen von einem Getränkelaster zu machen, dessen Ladung sich über die gesamte Fahrbahn verteilt hatte. "Die Leute standen in mehreren Reihen mit ihren Kameras."

Niedersachsen hat über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative angeschoben, wonach künftig Haft- oder Geldstrafen drohen sollen, wenn die Arbeit von Polizei und Rettungskräften behindert wird.

ala/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.