Braunau Österreich soll 1,5 Millionen Euro für Hitlers Geburtshaus zahlen

Die enteignete Besitzerin des Geburtshauses von Adolf Hitler soll laut einem Gerichtsurteil rund fünfmal so viel Entschädigung bekommen, wie zuvor entschieden. Doch vermutlich ist der Fall nicht abgeschlossen.

Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau
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Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau


Österreich soll nach einem Urteil des Landesgerichts Ried im Innkreis rund 1,5 Millionen Euro an die ehemalige Besitzerin des Geburtshauses von Adolf Hitler zahlen. Das sagte der Anwalt der Klägerin. Ein zweites Gutachten habe den Wert des strittigen Grundstücks in Braunau am Inn deutlich höher als das erste veranschlagt.

Bisher hatte der Staat der enteigneten Besitzerin 310.000 Euro für das zweistöckige Wohnhaus samt Garagen und zahlreichen Parkplätzen gezahlt. "Sie ist erleichtert über die nun angemessene Entschädigung", sagte Anwalt Gerhard Lebitsch. Er rechne aber damit, dass der Fall nicht abgeschlossen sei, sondern durch alle Instanzen gehe.

Die österreichische Finanzprokuratur will das Urteil laut ihrem Präsidenten Wolfgang Peschorn nun prüfen. Es sei zu fragen, ob die neue Entschädigungshöhe angemessen sei. Danach werde entschieden, ob das Urteil angefochten werde.

Mit der Enteignung wollte der Staat verhindern, dass das Geburtshaus des späteren Diktators zu einer Pilgerstätte für Neonazis wird. Adolf Hitler (1889-1945) hatte seine ersten Lebensmonate in einer Wohnung des Hauses verbracht. (Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.)

Hauptnutzer des Gebäudes war jahrzehntelang die Lebenshilfe mit einer Behindertenwerkstatt. Im Streit über notwendige Sanierungen zog die Organisation aus. Seit 2011 steht das Gebäude leer. Im Januar 2017 wurde Österreich durch Enteignung neue Besitzerin der Immobilie.

bbr/dpa

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