Frauen in Ägypten
Bedrängt, beschnitten, entrechtet

Von Annette Langer (Text) und Roger Anis (Fotos)

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Teil 3

Frauenrechte in Ägypten

"Dein Onkel ist ein Teufel, aber Du kommst auch in die Hölle"

Ägyptens Gesetze sollen Frauen schützen - doch die Paragrafen sind oft nur schöner Schein. Über Recht und Unrecht in einer Diktatur, die weltliche Gesetze und Scharia vereint.


Das Büro der Hilfsorganisation liegt in einem der ärmeren Viertel Kairos. Hunde jagen eine Herde Ziegen über die Straße, Taxis umkurven Schlaglöcher, in einer Gasse baumeln lange, verblichene Gewänder von der Wäscheleine. Es riecht nach Abgasen und Müll, der Staub kriecht in jede Pore.

Betritt man das "Zentrum für die Rechtsberatung der ägyptischen Frauen" (CEWLA) glaubt man sich in einer Parallelwelt: Die Räume sind hell und sauber, die Juristen an den Schreibtischen jung, engagiert und gut ausgebildet. Hierher kommen Frauen in Notlagen, die eine kostenlose Rechtsberatung oder Prozessbegleitung brauchen. Auch Teenager wie die 16-jährige Sherifah*, deren Fall die CEWLA-Koordinatorin Nada Nashat betreut. Sie berichtet:

Sherifah wurde mit zwölf Jahren zum ersten Mal vergewaltigt - von einem Onkel, der mit ihr im Haus der Großmutter lebte. Der Mann missbrauchte sie regelmäßig, bis sie mit 15 schwanger wurde. Als Sherifahs Zustand nicht mehr zu verbergen war, erfuhr ihre Mutter von der Sache. Sie brachte das Mädchen zum Imam ihres Vertrauens und bat um Rat. "Dein Onkel ist ein Teufel", sagte der Geistliche. "Aber du kommst auch in die Hölle, weil du drei Jahre lang geschwiegen hast." Dann schickte er die Familie zu CEWLA, wo sie sich juristisch beraten lassen sollte.

Der Imam warf dem verängstigten Mädchen vor, die Sexualstraftat verschleiert zu haben, als sei es ein Komplize. Doch das war nicht Sherifahs einziges Problem: Eine Abtreibung kam nicht infrage, denn die ist in Ägypten unter Androhung von Haftstrafen und Zwangsarbeit verboten. Einzig eine Lebensgefahr für die werdende Mutter oder den Fötus kann den Abbruch der Schwangerschaft rechtfertigen.

Nach der Geburt stellten sich drängende Fragen: Unter welchem Namen soll der Säugling im Melderegister eingetragen werden? "Weil das Baby einer in Ägypten als inzestuös eingestuften Verbindung entstammte, durfte die junge Mutter den Namen des biologischen Vaters nicht verraten - andernfalls hätte sie selbst eine Gefängnisstrafe riskiert", sagt die Koordinatorin.

Ihren eigenen Namen wollte Sherifah dem Kind nicht geben, weil es dann als unehelicher "Bastard" stigmatisiert worden wäre. Sherifahs Eltern hätten dem Kind ihren Namen geben und es quasi als Geschwisterkind der Tochter großziehen können. Doch auch in diesem Fall hätte die leibliche Mutter bei Entdeckung der Finte eine Haftstrafe für sich und ihre Eltern riskiert.

Sherifah entschied sich, ihren Onkel wegen Vergewaltigung anzuzeigen. Es war ein mutiger Schritt, der sie die Familie, ihre Lebensgrundlage und ihren Ruf kosten sollte.

Nada Nashat berichtet:

Als die Großmutter von der Anzeige hörte, schlug sie rasend vor Zorn auf ihre Tochter, Sherifahs Mutter, ein und biss ihr mehrere Fingerglieder ab. Dann drohte sie, die ganze Familie aus dem Haus zu werfen. Der Vater des Opfers ergriff Partei für den Vergewaltiger. "Lieber töte ich dich, als meinen Schwager ins Gefängnis zu schicken", sagte er. Die Großmutter bot an, Sherifah eine Entschädigung zu zahlen, wenn diese die Anzeige zurückzöge. Man einigte sich. Doch es war zu spät. Der Fall war bereits vor Gericht, der angeklagte Onkel wurde zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sherifah erhielt Morddrohungen. Der Onkel ging gegen das Urteil in Berufung. Absurd: Kaum war er nach Zahlung einer Kaution frei, erklärte er, er wolle seinen neugeborenen Sohn sehen und ihn zu sich nehmen, immerhin habe er schon eine Tochter.

In Sherifahs Fall wurde der Vergewaltiger in erster Instanz gemäß Artikel 268 des Strafgesetzbuches verurteilt. Demnach wird Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung einer Jugendlichen unter 16 Jahren mit Zwangsarbeit bestraft.

Das Urteil im Revisionsprozess gegen Sherifahs Onkel steht noch aus - und könnte für ihn vorteilhafter ausfallen: Artikel 17 des Strafgesetzbuches erlaubt es, eine Zwangsarbeitsstrafe durch eine Gefängnisstrafe oder eine Haftstrafe von wenigstens sechs Monaten zu ersetzen.

Sherifahs Schwangerschaft diente als Beweis für die Straftat - in anderen Fällen ist es oft schwer, eine Vergewaltigung nachzuweisen. Es fehlt an vertrauenswürdigen Ärzten, die Gutachten erstellen. Auch haben die Opfer abseits der großen Städte kaum Zugang zu kostenfreier Rechtsberatung, die Behörden schützen sie nicht vor Verfolgung durch die Täter.

Bis 1999 regelte Artikel 291 des Strafgesetzbuches, dass Vergewaltiger ihrer Strafe entgehen, wenn sie das Opfer heiraten. Es ist auch dem jahrelangen Engagement von Frauenrechtlerinnen zu verdanken, dass dieser Paragraf abgeschafft wurde.

Sherifah versteckt sich und ihr Kind vor der eigenen Familie. Sie lebt in permanenter Angst vor Entdeckung und schlägt sich ohne familiäre und finanzielle Unterstützung als Alleinerziehende durch. Kein Lebensentwurf, der in Ägypten goutiert wird. Erst im November wurde eine TV-Moderatorin in erster Instanz zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Sie hatte es gewagt, im Fernsehen über die Vorzüge des Single-Daseins für Mütter zu sprechen.

Azza Soliman von der Hilfsorganisation CEWLA

Sherifahs Fall zeigt exemplarisch, wie zahllose Familien in Ägypten mit Vergewaltigung, Kindesmissbrauch und Gewalt im eigenen Haus umgehen - sie versuchen, die Sache selbst zu regeln. Das Misstrauen in Polizei und Justiz ist gewaltig, ebenso der soziale Druck.

"Die Opfer trauen sich nicht zu reden, sie haben große Angst vor Stigmatisierung", die Azza Soliman, die Mitgründerin von CEWLA. "Oft wenden sich ganze Familien gegen die Betroffenen, es kommt zu Gewaltausbrüchen, manchmal zu Tötungsdelikten. Auch unsere Anwälte werden mitunter zur Zielscheibe, wenn jemand glaubt, die Familienehre verteidigen zu müssen."

Eine Befragung von 450 Studenten der Universität im ägyptischen Sohag ergab 2012, dass knapp 30 Prozent der Männer und Frauen Kindesmissbrauch in unterschiedlichem Ausmaß erlebt haben. Die Studie ist allerdings nicht repräsentativ, die Dunkelziffer angesichts der niedrigen Anzeigebereitschaft immens hoch. Zudem sind Kinder-Ehen in Ägypten zwar illegal, aber gesellschaftlich zum Teil noch immer akzeptiert.

In der ägyptischen Verfassung von 2014 verpflichtet sich der Staat, die Gleichheit von Männern und Frauen zu verwirklichen (Artikel 11) und letztere gegen jede Form der Gewalt zu schützen. Gleichzeitig legt Artikel 2 der Verfassung fest: "Die islamische Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung." In der Praxis heißt das: Urteile werden unter Berufung auf herrschendes Recht gefällt, im Bedarfsfall mit dem Koran oder den Hadithen untermauert.

Im Spannungsfeld zwischen weltlichem Recht und religiösem Einfluss ist Raum für Interpretation und Willkür. Auch bestechliche Richter sind ein Problem. "Transparency International" listet Ägypten auf Rang 117 von 180 des weltweiten Korruptionsindexes. Die Organisation sprach der Regierung Sisi jeden politischen Willen zur Veränderung ab.

Zwar hat der Nationale Frauenrat eine Strategie gegen Gewalt gegen Frauen vorgelegt. Etliche Ministerien und Vertreter der verschiedenen Konfessionen sind aufgerufen, bis 2020 ihren Teil beizutragen. Ägypten hat auch die Uno-Konvention zum Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen unterzeichnet. Doch Anspruch und Realität klaffen weit auseinander.

"Das Familienrecht ist im islamischen Recht die größte Herausforderung", sagt die Juristin Soliman von CEWLA. "Noch immer werden Frauen vom Gesetz diskriminiert, etwa bei Ehebruch, für den sie härter bestraft werden als Männer."

Besonders in der Kritik steht das Scheidungsrecht. Ein Mann trennt sich, indem er die Scheidung verlangt und innerhalb von 30 Tagen registrieren lässt. "Eine Frau muss fünf Gründe für eine Scheidung anführen und außerdem vor Gericht gehen - bis zu einer richterlichen Entscheidung können Jahre vergehen", so Soliman. "Die gesetzlichen Vorgaben für Scheidung könnten problemlos geändert werden. Aber dafür braucht es politischen Willen."

Soliman ist selbst Muslima und glaubt an "Gleichheit, Fairness und Gerechtigkeit in der Scharia". Es sei wichtig, sich mit "Fiqh", der islamischen Rechtswissenschaft, auszukennen, um Werkzeuge an der Hand zu haben: "Mich interessiert, wie ich die Scharia einsetzen kann, um Frauen zu mehr Gerechtigkeit zu verhelfen." Derzeit müsse etwa jede dritte Ägypterin ihre Kinder allein durchbringen. "Wo sind die Männer, die sich laut Koran um diese Mütter kümmern sollten? Auf Fragen wie diese will ich eine Antwort haben."

Soliman engagiert sich seit vielen Jahren für Justizreformen, was der Militärregierung offenbar missfällt: Die Kampagne des Regimes gegen Nichtregierungsorganisationen erreichte auch CEWLA. Bankkonten wurden gesperrt, die Organisation musste Büros schließen, Soliman durfte nicht mehr reisen. Für die international vernetzte Juristin bedeutet dies eine Einschränkung ihrer Mobilität, aber nicht das Ende ihres Kampfes.

"Man hat mich beleidigt und wie eine Verbrecherin behandelt. Aber ich mache weiter. Ich bin bereit für meinen Traum zu bezahlen - die ägyptischen Frauen haben ein besseres Leben verdient."

Im Gespräch mit der Juristin wird klar, wie weit Ägypten von den elaborierten feministischen Diskursen des Westens entfernt ist. Denn Frauen werden nicht nur durch geltende, sondern auch ungeschriebene Gesetze diskriminiert. Diese tradierten Regeln entspringen der patriarchalischen Kultur des Landes und haben große Wirkungsmacht: So ist es Anwältinnen teilweise nicht gestattet, nach Einbruch der Dunkelheit an bestimmten Gerichten ihren Job zu verrichten. Die Begründung ist paternalistisch: Die Frauen müssten vor Unbill geschützt werden.

Viele Feministinnen sind wie Azza Soliman vor allem Menschenrechtlerinnen an vorderster Front. "Wir leben in einer Diktatur", sagt sie. "Niemand vertraut der Justiz, der Polizei oder den Gerichten." Sie weiß aus eigener Erfahrung, warum.

Im Januar 2015 beobachtete sie, wie eine Bekannte auf einer Demonstration in Kairo erschossen wurde. Sie ging zur Polizei, um eine Zeugenaussage zu machen und den Täter - mutmaßlich ein Mitglied der Sicherheitskräfte - zu beschreiben. Auf der Wache wurde sie ihrerseits festgenommen und angezeigt, die öffentliche Ordnung gestört zu haben. Dabei hatte sie an der Demonstration gar nicht teilgenommen. Soliman wurde freigesprochen, aber der Schock saß tief.

"Der gewaltsame Tod der Aktivistin war ein Skandal, aber dem Regime war das völlig egal." Die Botschaft sei unmissverständlich gewesen: "Niemand soll je wieder an eine Revolution denken."

So sieht es Präsident Abdel Fattah el-Sisi. Als unlängst prominente Politiker zum Boykott der im März anstehenden Präsidentschaftswahlen aufriefen, erklärte der Ex-General, es werde in Ägypten nie wieder Revolutionen wie die von 2011 geben: "Ich würde eher sterben, als jemandem zu erlauben, die Sicherheit des Landes zu gefährden."

Und der Feind, so scheint es, lauert überall.

Studentin Sara

Sara ist Studentin der Zahnmedizin, eine zarte Frau mit schmalen Händen und langen, zerbrechlich wirkenden Fingern. Die 23-Jährige trägt Hidschab und eine Brille mit Silberrand, die ein bisschen zu groß ist für ihr Gesicht. Während des Gesprächs versinkt sie in den Kissen des Sofas, knipst beim Reden nervös mit den Fingernägeln. Doch hinter Saras Fragilität verbirgt sich große Widerstandskraft.

Im Jahr 2014 beobachtete sie auf dem Campus der Kairoer Azhar-Universität eine Demonstration. Als Passantin, unbeteiligte Dritte, wie sie betont. Doch ein winziges Detail wurde ihr zum Verhängnis: Am Revers trug sie einen "R4bia"-Anstecker - eine schwarze Hand mit ausgestreckten Fingern und eingeklapptem Daumen.

In Ägypten wird das Emblem als Solidaritätsbekundung für die Muslimbruderschaft verstanden. Benannt ist es nach einem Protestlager der Islamisten am Rabia-al-Adawija-Platz in Kairo, das im August 2013 von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst wurde. Viele hundert Demonstranten kamen dabei ums Leben.

Demonstration von AnhängerInnen der Muslimbruderschaft (Archivbild)

Sara trug den Button, weil sie das Massaker so erschüttert hatte. Allerdings war das Zeigen des "R4bia"-Symbols schon seit Ende Dezember 2013 unter Androhung von Haftstrafen bis zu fünf Jahren verboten - die Muslimbrüder waren inzwischen als Terrororganisation eingestuft worden.

"Ich war 19 Jahre alt, ich hatte keine Ahnung von Politik", sagt Sara. Ein Polizist sprach sie an, dann tauchten drei Zivilbeamte aus der Menge auf und nahmen sie fest. "Ich stand nur in der Nähe der Demonstration, ich hätte nie gedacht, dass sie mich einfach mitnehmen." Eine Woche lang wurde die Studentin auf einer Polizeistation festgehalten, weitere 15 Tage später in U-Haft genommen.

Sara wurde angeklagt - wegen Tragens eines terroristischen Symbols, Anstiftung zur Randale, Angriffs auf einen Polizeibeamten und weil sie Studenten daran gehindert haben sollte, ein Examen abzulegen. "Ich bin nie tätlich geworden gegen einen Polizisten", sagt Sara. "Ich habe niemanden zu irgendetwas angestiftet oder von etwas abgehalten."

Die ersten vier Monate in Haft durften ihre Eltern sie einmal in der Woche besuchen, danach nur noch jede zweite Woche. "Alle drei, vier Wochen war ich vor Gericht, bei jeder Verhandlung dachte ich, jetzt komme ich endlich frei. Fehlanzeige." Letztlich wurde Sara zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, im Berufungsprozess wurde das Strafmaß auf ein Jahr reduziert.

Die 19-Jährige kam ins Al-Qanater-Gefängnis in Kairo, das berüchtigt ist für Misshandlungen, horrende hygienische Zustände und eine schlechte Versorgung der Häftlinge. "Ich wurde oft geschlagen", berichtet Sara. "Die Wärterinnen haben mich an den Haaren durch den Raum gezerrt und meinen Kopf an die Wand geschmettert. Mein rechtes Ohr wurde dabei verletzt, seitdem bin ich einseitig taub." Die Verletzungen seien nicht dokumentiert worden, die Gefängnisärzte hätten sich nicht um sie gekümmert. "Wenn es nötig war, hat mein Vater Medikamente und Verbandsmaterial mitgebracht."

Studentin Sara

In ägyptische Haftanstalten sind Schläge, Tritte und Prügel vielerorts an der Tagesordnung, eine adäquate medizinische Behandlung ist selten. Um zu überleben, brauchen die Gefangenen oft Hilfe von außen - Essen, Geld oder Medikamente. Wenn sie unter Kontaktsperre stehen, sind sie von dieser Versorgung abgeschnitten. Die Gefängnisse sind teilweise bis zu 160 Prozent überbelegt - das Regime Sisi musste bereits 19 neue Vollzugsanstalten errichten, auch um geschätzt 60.000 politische Häftlinge unterzubringen.

Laut "Human Rights Watch" wird in Ägyptens Gefängnissen und Polizeistationen so flächendeckend gefoltert, dass man von Verbrechen gegen die Menschlichkeit sprechen muss. Der Internetzeitung "Mada Masr" zufolge traten allein im Oktober 2017 223 ägyptische Gefängnisinsassen in Hungerstreik um gegen willkürlich verlängerte Untersuchungshaft, Misshandlungen und mangelnden Zugang zu Anwälten zu protestieren. Einer von ihnen fiel ins Koma und starb kurz darauf.

Präsident Sisi hat die Kompetenzen der Militärgerichtshöfe erweitert: Seit 2014 gab es dort mehr als 7400 Verfahren gegen Zivilisten. Als der General im Mai 2014 zum Präsidenten gewählt wurde, kam es laut Sara im Frauengefängnis von al-Qanater zu Ausschreitungen, nachdem das Wachpersonal die politischen Häftlinge provoziert hatte. Die Strafen dafür waren drastisch: "Ich musste zwei Wochen lang auf der Toilette leben. Die Frauen gingen aufs Klo und wuschen sich, während eine Wärterin ein Auge auf mich hatte. Ich musste auf dem Boden schlafen."

Die Freilassung brachte Sara nicht nur Erleichterung. "Ich musste mein Studium unterbrechen, war für ein Semester gesperrt", sagt sie. "Heute ist alles anders: Meine Freunde haben sich zurückgezogen, sie haben Angst, mit mir zusammen gesehen zu werden. Sie haben auch ganz andere Interessen, wir haben uns auseinanderentwickelt. Aber auch die Bekannten, die politisch so denken wie ich, haben Angst."

Wie sie damit zurechtkommt? "Ich bin nicht wütend, sondern verloren. Ich will keine Rache, aber ich will meine Recht. Ich wurde angegriffen, von Wärterinnen, aber auch von weiblichen Mithäftlingen. Ich wurde sexuell missbraucht." Als sie ihren Anwalt gefragt habe, ob sie Entschädigung einklagen könne, habe der nur müde den Kopf geschüttelt: "Unmöglich."

*Name von der Redaktion geändert

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Frauen in Ägypten: Bedrängt, beschnitten, entrechtet

Impressum


Autorin: Annette Langer

Fotos: Roger Anis

Redaktion: Benjamin Schulz, Patricia Dreyer

Grafiken und Programmierung: Dawood Ohdah

Bildredaktion: Ireneus Schubial

Layout: Hanz Sayami

Dokumentation: Almut Cieschinger, Mara Küpper

Schlussredaktion: Lena Ekelund

Weitere Fotos: AFP, Reuters Getty Images/Corbis



Diese Reportage ist Teil des Projekts Expedition #ÜberMorgen.