112 Jahre alt Älteste Frau Deutschlands ist gestorben

Erst seit April war sie die älteste Frau Deutschlands: Frieda Szwillus aus dem Erzgebirge. Nun ist die 112-Jährige gestorben. Der Titel der ältesten Deutschen bleibt aber in Sachsen - bei einer ambitionierten Dame.

Frieda Szwillus: Die älteste Frau Deutschlands ist im Alter von 112 Jahren gestorben
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Frieda Szwillus: Die älteste Frau Deutschlands ist im Alter von 112 Jahren gestorben


Raschau-Markersbach - Die bislang älteste Frau Deutschlands ist tot. Frieda Szwillus starb am Sonntag im Alter von 112 Jahren im Erzgebirge, wie die sächsische Gemeinde Raschau-Markersbach nun mitteilte. "Sie ist ruhig eingeschlafen. Wir haben sie bis zuletzt begleitet, das war uns wichtig", sagte die Enkelin Heike Groschupp der Chemnitzer "Freien Presse".

Szwillus, die am 30. März 1902 das Licht der Welt erblickt hatte, war erst im April die älteste Frau Deutschlands geworden. Ihre Vorgängerin, Gertrud Henze aus Göttingen, war damals im Alter von 112 Jahren gestorben.

Frieda Szwillus war der "Freien Presse" zufolge zweimal verheiratet, zog ein Kind und drei Stiefkinder groß und arbeitete viele Jahre in einer Strumpffabrik. Noch bis zu ihrem 100. Geburtstag sei sie aktives Mitglied im Kirchenchor gewesen. "Sie wusste bis zum letzten Herzschlag, dass ihre Familie bei ihr ist", sagte der Bürgermeister von Raschau-Markersbach, Manfred Meyer, der Zeitung. Das sei heute nicht mehr selbstverständlich.

Nach Angaben der US-Forschungsgruppe Gerontology Research Group ist nun Johanna Klink aus Oschatz in Sachsen die älteste Deutsche. Sie wird im Januar 112 Jahre alt. Ihr gehe es dem Alter entsprechend gut, sagte die Betreuerin Silvia Ihm. "Heute so, morgen so. Das ist aber normal in dem Alter." Dass sie einer der ältesten Menschen in Deutschland ist, sei der Dame aber bewusst. "Dabei wollte sie eigentlich immer nur älter werden als der (Johannes) Heesters", berichtete Ihm. Das hat sie geschafft: Der Sänger und Schauspieler starb im Dezember 2011 im Alter von 108 Jahren.

jbe/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 23 Beiträge
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zila 24.09.2014
1. Supercentenerian - Chance vertan?
Interessant gewesen waere die tatsaechliche Todesursache, Anzahl der verbliebenen Blutstammzelllinien, Zustand des dopaminergen Systems, eine Erbgutanalyse, mitochondriale Daten (etwa Mutationshaeufungen) und Telomerlaengenbestimmmung, v.a. der Immunzellen sowie in dem Zusammenhang ob die Dame CMV positiv war. Ernaehrungsgewohnheiten (hat die Frau Vitamine genommen oder irgendwelche Medikamente, die die Lebenserwartung steigern? Vielleicht besondere Lebensmittel?). Ich werd jetzt sicher nicht in den Kirchenchor eintreten -- schade dass hier wohl eine Chance verstreicht, mal ein bisschen zu forschen, warum manche Leute so lange und scheinbar relativ gesund leben, damit andere daraus lernen koenn(t)en.
Jointorino 24.09.2014
2. Aufrichtiger Respekt
Wenn meine Kinder eines Tages geboren werden, haben sie mittlerweile auch alle sehr gute Chancen ein dreistelliges Alter zu erreichen. Fragt sich nur ob wir ihnen eine Welt hinterlassen auf der es sich lohnen wird so lange zu leben?
"Armenhaus" 24.09.2014
3. Noch mal Glück gehabt ..--
Menschen über 90 Jahre ( vorausgesetzt wenig Streß und eine gesunde Lebensweise oder auch einfach Pensionäre) haben heute noch in D eine relativ große Chance alt bzw. älter zu werden ..-- Wer aber in der heutigen Zeit mit 30 - 50 Jahren als Arbeiter oder Angesteller zu seinen untertariflichen Hungerlohn Überstunden buckeln muss ( > 10%) wird froh sein das Rentenalter zu erreichen - Wer es nicht glaubt fragt einfach bei jener "US-Forschungsgruppe Gerontology Research Group" an.- Ist leider so dass nicht nur Altersdemenz; Alzheimer und Parkinson auf dem Vormarsch sind sondern eben auch die permanente Überarbeitung; Burnout ( durch Dauerstreß) systematische Krankheitsverkettungen sind der Zellen früher(er) Tod.-
adal_ 24.09.2014
4.
Zitat von zilaInteressant gewesen waere die tatsaechliche Todesursache, Anzahl der verbliebenen Blutstammzelllinien, Zustand des dopaminergen Systems, eine Erbgutanalyse, mitochondriale Daten (etwa Mutationshaeufungen) und Telomerlaengenbestimmmung, v.a. der Immunzellen sowie in dem Zusammenhang ob die Dame CMV positiv war. Ernaehrungsgewohnheiten (hat die Frau Vitamine genommen oder irgendwelche Medikamente, die die Lebenserwartung steigern? Vielleicht besondere Lebensmittel?). Ich werd jetzt sicher nicht in den Kirchenchor eintreten -- schade dass hier wohl eine Chance verstreicht, mal ein bisschen zu forschen, warum manche Leute so lange und scheinbar relativ gesund leben, damit andere daraus lernen koenn(t)en.
Hahaha. Sicher eine spannende Frage für alle zeitgemäßen Selbstoptimierungsexperten.
Bernd Grossmann 24.09.2014
5. Deutschlands demographische Entwicklung
Bald werden die über 100jährigen in Deutschland keine Seltenheitserscheinung mehr sein sondern die Regel dank der fortschrittlichen Gesundheitsindustrie. Das Problem jedoch liegt in der Reproduktionrate die in Deutschland derzeit bei 1,38 Kinder pro Frau liegt. Um eine Kultur und die Wirtschaft eines Landes aufrecht zu erhalten braucht es eine Reproduktionrate von 2.03 Kinder. Das heisst für Deutschland das die Mehrheit der Deutschen aus älteren, betagten und massenhaften `Centennials` bestehen wird aber kaum noch von Kindern geschweige denn von Leistungsträgern zwischen 25 bis 45 Jahren die die Rentenkasse finanzieren. Vielleicht wird die Politik bis dahin so `Weitsichtig` sein und das Renteneintrittsalter auf 90 Jahre erhöhen?
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