Kirchen gegen AfD-Parteitag "Unser Kreuz hat keine Haken"

Die christlichen Kirchen rufen zum Protest gegen den AfD-Parteitag am Wochenende in Köln auf. Sie wollen Flagge zeigen - gegen "Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von Politik".

Kölner Dom (Archiv)
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Kölner Dom (Archiv)


Sie machen ihre Botschaft mit klaren Worten deutlich: Unter dem Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" rufen die christlichen Kirchen zur Beteiligung an friedlichen Protesten gegen den AfD-Parteitag in Köln am kommenden Wochenende auf.

"Wir lehnen Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von Politik und gesellschaftlichem Diskurs entschieden ab", sagte der katholische Kölner Stadtdechant Robert Kleine. "Wir wenden uns dagegen, Sorgen und Ängste von Menschen - gleich welcher Herkunft, Nationalität und Religion - gegeneinander auszuspielen."

Zusammen mit einem breiten Bündnis von Protestgruppen wollen die Kirchenvertreter sich am Samstag an einer Kundgebung und einer anschließenden Demonstration durch die Innenstadt beteiligen. "Nächstenliebe und Fremdenliebe sind kein Gutmenschentum", sagte der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domning.

Zehntausende Demonstranten erwartet

Es sei wichtig, dass die Kirche hier Flagge zeige und ihre Haltung nach außen hin deutlich mache, so Domning. Jegliche Gewalt bei den Protestaktionen sei abzulehnen, betonten die Kirchenvertreter.

Bereits am Freitagabend ist in einer Kirche in der Nähe des AfD-Tagungshotels ein "Politisches Nachtgebet" geplant. Am Sonntag soll es zudem kleinere Mahnwachen geben.

Die Polizei erwartet insgesamt mehr als 50.000 Demonstranten. Auf ihrem zweitägigen Parteitag will die AfD unter anderem ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschieden. Außerdem soll über die Spitzenkandidatur entschieden werden.

wit/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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mielforte 19.04.2017
1. Auch wenn ein Slogan noch so verlockend und originell erscheint,
muß man ihn nicht durch das mediale Dorf tragen. Sicher sind unter den Adressaten auch viele Kirchengänger- und Steuerzahler.
ihawk 19.04.2017
2. Kirche und Staat
Ich halte es für falsch, wenn sich die Kirchen in Politik einmischen. Ich bin nicht der AfD zugeneigt, sondern sehe das eher als grundsätzliche Forderungen. Ich denke, dass bei den C-Parteien das 'C' im Namen so wie so (inzwischen) Etikettenschwindel ist. Ich halte das nicht für Vorsatz, sondern der ausufernde Industrie-Lobbyismus hat die C-Parteien korrumpiert und vom christlichen Denken entfernt.
p-schrader 19.04.2017
3. Schweigen wäre besser gewesen.
Warum nur so ein dämliches Motto. Glaubt die Kirche wirklich, hier neue Sympathie zu gewinnen?
fritzw5 19.04.2017
4.
selbstverständlich sollen die Kirchen sich einmischen und Position beziehen. Und das gerade, weil unter den Adressaten Kirchgänger (und Steuerzahler?) sind. Die Kirchen sind Teil unserer Zivilgesellschaft. Dringender denn je ist es, dass wir ALLE gegen die Hasstiraden der Gauländer und Höckes klare Stellung beziehen.
knok 19.04.2017
5. Ob das auf alle Mitglieder zutrifft?
Ich halte auch nichts davon, wenn religiöse Instanzen die Politik kommentieren, absolut nicht. Aber wenigstens scheint doch ein Teil der christlichen Machtträger die Vernunft zu besitzen, sich endlich einmal zur Demokratie zu bekennen. Aber es gibt sicherlich zahlreiche Ausnahmen, das ist hier vielerorts sicher auch nicht anders als in Polen oder den USA bzw. als zu zeiten des NS-Regimes. Immer schön zu wissen, wenn jemand die AfD und ihre Gedanken nicht unterstützt, aber eure Unterstützung, liebe Kirchen, brauchen die linken Kräfte in diesem Land nun wirklich nicht.
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