Kirchen und die AfD Der rechte Glaube

Es gibt Christen in der AfD - und Rechte in den Kirchen. Wie bringen sie ihren Glauben in Einklang mit Hetze und Rassismus? Was nicht passt, wird passend gedacht.

Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck
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Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck

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Ein nasskalter Wintertag in Göttingen: Als Treffpunkt hat Klaus Sydow eine düstere Rocker-Kneipe vorgeschlagen - drinnen der Muff der Achtziger, draußen viel Grau und feuchter Asphalt. Der Vorstandsbeisitzer bei den "Christen in der AfD" (ChrAfD) hat eine Freundin aus Hongkong mitgebracht. Außerdem Familienfotos und einen zweiseitigen, handgeschriebenen Lebenslauf.

"Ich wollte auch meinen afghanischen Freund mitbringen, aber der musste arbeiten", sagt Sydow. Der 63-Jährige ist beim Flüchtlingshilfeverein ProAsyl aktiv, er kümmert sich laut eigener Aussage seit Jahren um Zugewanderte. Abschiebungen nach Afghanistan findet er in der jetzigen Lage inakzeptabel - ebenso die Ausführungen des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke über das Bevölkerungswachstum in Afrika, das er Ende 2015 auf eine biologische Reproduktionsstrategie zurückführte, die unter anderem Blattläusen und Parasiten zugeordnet wird.

"Dieser Vergleich mit der Insektenwelt war daneben", sagt Sydow. "Wir müssen uns als Christen in der AfD ständig für solche Aussagen rechtfertigen, das ärgert mich." Viele potentielle AfD-Wähler ließen sich von solch grober Rhetorik abschrecken. "Wir hätten mit Sicherheit ein paar Prozentpunkte mehr, wenn der rechte Flügel sich etwas zurückhalten würde."

ChrAfD-Mitglied Klaus Sydow
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ChrAfD-Mitglied Klaus Sydow

Die AfD sei nicht rassistisch und fremdenfeindlich, beteuert Sydow. Selbst Alexander Gauland habe sich seinerzeit für die vietnamesischen Boatpeople engagiert. Derselbe Gauland, der gegen Familiennachzug für subsidiär Geschützte ist und fest zum AfD-Rechtsaußen Höcke steht? Derselbe Gauland, der unlängst gedroht hat, man werde politische Gegner "jagen"? Der erklärt hat, wer Krieg im Bundestag wolle, könne Krieg kriegen? Fast ist man geneigt, die Bergpredigt zu zitieren: "Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen." "Ach", sagt Sydow, "so redet man halt in der Politik, das ist der normale Umgangston."

Klar, die AfD wolle möglichst viele Flüchtlinge raushaben aus Deutschland. "Aber für mich zählt der einzelne Mensch", sagt Sydow. "Gottes Familie ist multikulturell, das ist für Christen ein Grundsatz." Einer seiner Schwiegersöhne sei Kurde, der andere Kosovo-Albaner, mit denen käme er prima klar. Trotzdem könnten nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen, "dann wird es zu eng". Zum Christentum konvertierte Muslime sollten aber bleiben dürfen, findet er.

Angst, dass "Enkel in Scharia-Staat groß werden"

Sydow war zehn Jahre lang Vorsitzender der Partei Bibeltreuer Christen im Lahn-Dill-Kreis, 2013 ging er zur AfD. Er ist seit langem Mitglied einer evangelischen Freikirche, dem "Freien Brüderkreis" mit geschätzt 45.000 Anhängern bundesweit. Die Laienbewegung ist stark missionarisch geprägt, und auch Sydow freut sich, wenn er das Wort Gottes verbreiten kann.

"Am Wochenende sind wir oft in die Flüchtlingsunterkünfte gegangen, haben Zimmerpflanzen und Kalender verschenkt und die Leute zu uns nach Hause eingeladen, um mit ihnen über Jesus zu sprechen", sagt er. Einmal habe er sogar in einem von Kurden bewohnten Gebiet in der Türkei christliche Flyer verteilt. "Das wurde gut angenommen."

Es ist nicht nur religiöse Beseeltheit, die Sydow zu solchen Eskapaden treibt. Er hat auch Angst, "vor der Islamisierung, dass meine Enkel in einem Scharia-Staat groß werden". Ernsthaft? Ja, die Gefahr sei groß, das habe er durch seine politische Arbeit auf Kreisebene erfahren. "Der Islamunterricht an Schulen ist nicht transparent, der Einfluss der Ditib als verlängerter Arm Erdogans groß, die deutschen Behörden sind teilweise sehr blauäugig."

Beatrix von Storch (AfD) im Bundestag
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Beatrix von Storch (AfD) im Bundestag

Deshalb hegt Sydow Verständnis für seine ChrAfD-Kollegin Beatrix von Storch. Die hatte der Kölner Polizei unterstellt, mit einem auf Arabisch verfassten Neujahrswunsch "barbarische, muslimische, gruppenvergewaltigende Männerhorden" besänftigen zu wollen.

Sydow geht in vielen Punkten mit dem AfD-Programm konform. Er fürchtet einen "europäischen Zentralstaat, in dem der souveräne Staat zur Folkloretruppe verkommt", ist gegen Abtreibung, "Gender-Mainstreaming" und Gay-Paraden.

"Feigenblatt für eine Partei"

"Der Schutz des ungeborenen Lebens, das traditionelle Familienbild und die Ablehnung der Homosexualität sind Themen, die die AfD für einige Christen attraktiv machen", sagt der Bischof der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge. "Aber diese Gläubigen wissen nicht, was sie alles miteinkaufen. Sie werden zum Feigenblatt für eine Partei, die die Grundlagen der freiheitlichen Demokratie demontieren will."

Kirchenprotest gegen AfD-Parteitag in Köln (2017)
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Kirchenprotest gegen AfD-Parteitag in Köln (2017)

Ein Feigenblatt? Sydow schüttelt den Kopf. Nicht doch. Man sei schließlich kritisch, auch der eigenen Parteiführung gegenüber. "Der Fisch schwimmt gegen den Strom", sagt er mit Verweis auf das urchristliche Symbol. Wie viele Christen in der AfD ist Sydow dezidiert pro-israelisch, grenzt sich ab von seinem baden-württembergischen Parteikollegen Wolfgang Gedeon, der als Antisemit und Holocaustleugner gilt. Über die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebende AfD-Frontfrau Alice Weidel sagt er: "Sie ist eigentlich für das klassische Familienideal, aber bei ihr persönlich hat es halt nicht so geklappt."

Eine hundertprozentige Zustimmung zu einem Programm wird man wohl bei keinem Parteimitglied finden. Doch bei den Christen in der AfD gehören das Sich-Verbiegen, das Ignorieren von Widersprüchen und das Abspalten unangenehmer Realitäten offenbar zum Rüstzeug des Parteisoldaten. Was nicht passt, wird passend gedacht.

"Der Ballermann unter den Krebsen"

Sydows Internetpräsenz und die Flyer, die er zum Abschied hinterlässt, zeugen von einem teilweise kruden Weltbild: Er verteilt "95 Thesen gegen den fundamentalistischen Evolutionsglauben" und freut sich auf Twitter über die zunehmende Präsenz der kreationistischen Bewegung an deutschen Schulen. Eine seiner Broschüren befasst sich mit dem Knallkrebs - "dem Ballermann unter den Krebsen", der so perfekt sei, dass nur Gott ihn erschaffen haben könne.

Solche unwissenschaftlichen Positionen sind in Teilen der AfD gar nicht gern gesehen, weil sie die Glaubwürdigkeit der Partei untergraben. Dennoch bedient man sich der Christen, weil Nächstenliebe und Gottesfürchtigkeit Wähler aus dem konservativen Milieu anziehen. Und so mancher schwingt die Kirchenkeule, wenn gerade kein anderer Aufreger in Sicht ist und die AfD mangels realpolitischer Wirkungsmacht droht, in Vergessenheit zu geraten.

So geschehen kurz vor Weihnachten, als die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, den Kirchen vorwarf "durch und durch politisiert" zu sein. Die Trennung von Staat und Kirche sei nicht mehr gegeben, die Kirchen spielten bis auf wenige Ausnahmen die gleiche unrühmliche Rolle, die sie im Dritten Reich gespielt hätten. Die AfD sei "die einzige christliche Partei", die es noch gebe, verkündete Weidel als Seitenhieb auf CDU/CSU.

Als ein AfD-Politiker im thüringischen Sonneberg Geld für die örtliche Tafel spenden wollte, lehnte die Einrichtung der evangelischen Diakonie ab. Der Leiter des Diakonischen Werkes Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, Christoph Stolte, legte Anfang April nach und warnte die Kirche davor, überhaupt Spenden von AfD-Mitgliedern anzunehmen.

Die AfD beklagte daraufhin in altbekannter Opferhaltung, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Der stellvertretende AfD-Fraktionschef im Landtag, Tobias Rausch, drohte, die evangelische Kirche verlassen zu wollen.

Soll er halt austreten, könnte man denken. Doch es geht um mehr. Die AfD will nicht nur Christen instrumentalisieren und konkret Einfluss in kirchlichen Institutionen ausüben. Die Partei erhebt einen exklusiven Anspruch auf das Christentum als Teil der abendländischen Kultur. Der rechte Glauben und die Partei, das gehöre zusammen wie Adam und Eva, wird insinuiert. Nur in der Abgrenzung zum Islam könne das Christentum weiterexistieren. Diese gezielte Provokation kommt bei einem Teil der Gläubigen gut an.

Es sind vor allem konservative Christen, die sich von der Ideologie der AfD angezogen fühlen: bibeltreue Protestanten, Evangelikale, Freikirchler und Pietisten, aber auch vom liberalen Kurs des Papstes Franziskus enttäuschte Katholiken. Dass die AfD sich gegen Kirchenasyl und -steuer ausspricht und einen Entzug der Körperschaftsrechte fordert, nehmen sie in Kauf.

Zwar sind mit Beatrix von Storch, dem kirchenpolitischen Sprecher Volker Münz und dem ChrAfD-Vorstand Ulrich Oehme drei Christen aus der AfD in den Bundestag eingezogen. Der Einfluss religiöser Prinzipien auf die Politik der Rechten scheint aber überschaubar zu sein: Die ChrAfD bezeichnet sich als vom Parteivorstand unabhängige "Interessengruppe" mit nur wenigen hundert Mitgliedern. Daneben gibt es viele Atheisten und Kirchenkritiker in der Partei.

Übten sich Kirchenvertreter angesichts der Angriffe auf ihre Institution anfangs noch in nonchalanter Irritation, beziehen sie inzwischen häufiger Stellung. In Sachsen-Anhalt hat sich bereits ein zivilgesellschaftliches Bündnis unter Beteiligung namhafter katholischer und evangelischer Kirchenvertreter gebildet.

Bischof Markus Dröge
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Bischof Markus Dröge

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob man mit AfD-Vertretern überhaupt debattieren sollte, gibt es in den Kirchen so wenig wie überall sonst. EKBO-Chef Dröge diskutierte auf dem Evangelischen Kirchentag 2017 mit der damaligen ChrAfD-Vorsitzenden Anette Schultner und wurde dafür aus den eigenen Reihen harsch kritisiert.

Schultner trat im Oktober wegen einer fortschreitenden "Radikalisierung" aus der AfD aus und schloss sich der "Blauen Partei" von Ex-AfD-Frontfrau Frauke Petry an. Dort fühlt sie sich als Christin und Konservative besser aufgehoben. "Ich konnte in der AfD fast nichts mehr durchsetzen, weil ich nicht mit dem rechten Block kooperierte", sagt sie im Rückblick. "Heute schaue ich mit Staunen auf ehemalige Kollegen, die früher als gemäßigt galten und jetzt im Bundestag mit den radikalen Kräften konform gehen ohne mit der Wimper zu zucken. Da ist es zu einer rasanten Verschiebung gekommen. Das ist befremdlich - und maximal opportunistisch."

Ehemalige ChrAfD-Vorsitzende Anette Schultner
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Ehemalige ChrAfD-Vorsitzende Anette Schultner

Am 9. Mai beginnt der Katholikentag in Münster. Eingeladen ist unter anderem Klaus Sydows ChrAfD-Kollege Volker Münz. Der war mal CDU-Mitglied und gilt als christlich-konservativ. Beim vergangenen Katholikentag hatte die Kirche noch auf eine Teilnahme von AfD-Politikern verzichtet - nach dem Einzug der Partei in den Bundestag scheint die Salonfähigkeit allerdings gestiegen zu sein.

Dutzende empörte Theologen forderten das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auf, Münz wieder auszuladen, was dieser als "feige und unchristlich" anprangerte. Zwar hatte das Komitee das Ausmaß rassistischer Ausfälle von AfD-Politikern zuvor als "unerträglich" bezeichnet. Dennoch hielt es an der Einladung fest.

Dabei lässt es die Spitze der Katholische Kirche in Sachen AfD eigentlich nicht an Klarheit fehlen. So sagte der Chef der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schon im März 2017: "Es existieren Grenzen, wo wir als Christen sagen: Da sind rote Linien." Darunter fielen Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionen, die Überhöhung der eigenen Nation, Rassismus und Antisemitismus. "Wo grob vereinfacht wird, wo Parolen zur Feindschaft beitragen - da kann ein Christ nicht dabei sein."

Der katholische Echter-Verlag nahm die Sache mit Humor und veröffentlichte ein 32-seitiges Heft mit dem Titel: "Christliches in der AfD". Der Inhalt bestand aus leeren Seiten.

Dennoch: "Die AfD als politische Kraft auszugrenzen kann man langfristig nicht durchhalten", sagt der evangelische Bischof Dröge. Treffen auf Arbeitsebene würden stattfinden. "Aber unsere Kirchenleitung führt keine offiziellen Gespräche mit der AfD, solange keine eindeutige Abgrenzung von rechtsextremen Inhalten erfolgt ist. Solange jemand wie Höcke akzeptiert und nicht ausgeschlossen wird."

"Leg bitte vor, was du gepredigt hast"

Was aber unternimmt der Bischof gegen AfD-Leute in den eigenen Reihen? Laut einer Befragung der Forschungsgruppe Wahlen sollen elf Prozent der evangelischen Christen und neun Prozent der Katholiken bei der Bundestagswahl für die Rechtspopulisten gestimmt haben.

"Das Programm der AfD ist so geschrieben, dass es nicht als extremistisch eingeschätzt werden kann", sagt Dröge. "Wir haben also keine rechtliche Handhabe, jemanden wegen seiner AfD-Mitgliedschaft auszuschließen." In der kirchenrechtlichen Grundordnung sei aber klar definiert: "Wer sich menschenverachtend verhält oder entsprechende Thesen verbreitet, kann bei uns kein Amt innehaben."

Wenn ein Pfarrer in seiner Verkündigung menschenfeindliche Positionen vertrete, könne er disziplinarrechtlich belangt werden. Beweise für eine solche ideologische Ausrichtung zu finden, sei in Zeiten des Internets nicht schwer, "weil inzwischen sehr viel über die sozialen Netzwerke läuft", so Dröge. "Da kann man schon mal sagen: 'Leg bitte vor, was du gepredigt hast.'"

In St. Marien auf dem Berliner Alexanderplatz war es 2017 zum Eklat gekommen, als bekannt wurde, dass ein Mitglied des Gemeindekirchenrats AfD-Mitglied ist. In einer öffentlichen Erklärung distanzierte sich der Kirchenrat von Markus Egg, der hauptberuflich Anglistik-Professor an der Berliner Humboldt-Universität ist und dort bereits Probleme wegen seiner Parteizugehörigkeit hatte: Im November wurde er während einer Vorlesung von Maskierten angegriffen, die ihn mit Wasser bespritzten und mit Glitzer bewarfen. Egg nahm es sportlich - unterrichtete weiter Linguistik und blieb im Gemeindekirchenrat.

AfD-Mitglied Markus Egg
imago/Gerhard Leber

AfD-Mitglied Markus Egg

Besuch bei dem Sprachwissenschaftler an der Humboldt-Universität. Über der Tür seines Büros hängt ein schlichtes Holzkruzifix, Kaffee bewahrt er in einem massiven Tresor auf, den die Stasi einst für Geheimakten nutzte.

"Ich bin Lutheraner durch und durch", sagt Egg. "Ich glaube an Gott, so wie es im Glaubensbekenntnis formuliert ist." Er stamme aus einer "Theologensippe", Protestanten aus Süddeutschland. "Das ist Teil meiner Identität."

Ob er sich nicht ausgegrenzt fühle in einer Gemeinde, in der Gläubige Probleme mit seiner politischen Haltung hätten? "Nein, gar nicht. Manchmal ist man unterschiedlicher Meinung. Aber ich stehe für einen Teil der Kirche." Er gehöre zum "sozialen Flügel der AfD", mit der "Ehe für alle" habe er zum Beispiel kein Problem: "Mir ist es ein großes Anliegen, dass niemand diskriminiert wird."

Eine kurze Suche auf YouTube führt zu einem Video, in dem Egg sichtlich stolz den "Compact"-Chefredakteur Jürgen Elsässer als Redner vorstellt. "Wir lassen uns nicht vertreiben, wir sind die Alternative für Deutschland und mit uns ist auch in Zukunft zu rechnen", ruft Egg ins Mikrofon.

Jürgen Elsässer, Herausgeber des Magazins "Compact"
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Jürgen Elsässer, Herausgeber des Magazins "Compact"

Der Mann, den er einführt, ist in seiner politischen Karriere von ganz links nach ganz rechts gedriftet und kokettiert mit dem Image des "bösen Buben". Nebenbei arbeitet Elsässer emsig an einer paneuropäischen Allianz der Rechten.

Er ist immer wieder durch homophobe, antisemitische und rassistische Äußerungen aufgefallen - ganz zu schweigen von den frauenfeindlichen und den politischen Gegner herabsetzenden Beiträgen, die er auf seinem "Compact"-Portal veröffentlicht. "Das lese ich nicht", sagt Egg.

"Sie wecken nicht Hoffnung, sondern schüren Angst"

Wie sollten Christen umgehen mit Menschen wie dem Professor und dem freikirchlichen Missionar, die keine Diskrepanz sehen zwischen Glauben und Rechtspopulismus? "Wir dürfen nicht in Echoblasen verharren", sagt Bischof Dröge. Es gelte, eine "Verwohnzimmerung der Gemeinden" zu vermeiden: Je mehr Austausch es mit anderen gesellschaftlichen Akteuren gebe, desto weniger anfällig seien die Menschen für rechtes Gedankengut.

"An der AfD ist nichts christlich", warnt Dröge. "Ihre Funktionäre vertreten nicht Glauben, also Vertrauen, sondern säen Misstrauen. Sie wecken nicht Hoffnung, sondern schüren Angst. Sie predigen nicht Nächstenliebe, sondern treiben Keile zwischen die Menschen."

Video: Eine Kirchengemeinde und die Rechten

Deutsche Welle

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes wurde der Bischof der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge, mit den Worten zitiert, wenn ein Pfarrer in seiner Verkündigung eine AfD-Position vertrete, könne er disziplinarrechtlich belangt werden. Korrekt ist: Wenn ein Pfarrer in seiner Verkündigung menschenfeindliche Positionen vertrete, könne er disziplinarrechtlich belangt werden. Wir haben die Stelle entsprechend angepasst.



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